Thal bei Graz - Villach 2010

Kilometer: 265 km

Zeit: 69h30

Höhenmeter Aufstieg: 6.219m

Höhenmeter Abstieg: 6.137m

Kosten: 650 € für Quartier, Verpflegung und Transfer

Info: www.jakobsweg-steiermark.at 

Pilgerführer Jakobsweg Weststeiermark Conrad Stein Verlag, Digitale Wanderkarte Steiermark 3D Nr. K9294 Kompass, Digitale Wanderkarte Kärnten 3D Nr. K4295 Kompass, Ab Lavamünd sollte man folgende Publikationen miteinbeziehen. Auf dem Jakobsweg durch Süd-Österreich Slowenien und Südtirol, Peter Lindenthal Tyrolia Verlag, Jakobsweg Österreich Graz bis Innsbruck von Karin Pegoraro und Jörg Oberwalder Kompass Verlag,

 

1. Etappe Thal bei Graz - St. Pankrazen Jakobsweg Weststeiermark

 

Thal-St. Oswald bei Plankenwarth-Stiwoll-St. Pankrazen

Gesamtkilometer: 20 km

Tageskilometer: 20 km

Gehzeit: 5h

Höhenmeter Aufstieg: 581m

Höhenmeter Abstieg: 281m

 

Der Ausgangspunkt unserer Pilgerreise ist die Jakobskirche in Thal bei Graz. Diese Kirche wurde von Prof. Ernst Fuchs umgestaltet und ist Anziehungspunkt vieler Pilger und Touristen aus dem In- und Ausland. Prof. Ernst Fuchs ist auch der Schöpfer des Mosesbrunnen in der Kunst- und Kulturstadt Bärnbach, aber dazu später. Vor der Kirche steht ein Pilgerstein mit der Aufschrift " Jakobsweg Weststeiermark Thal - Santiago de Compostela 2853 Km". Die heutige Etappe hat 20 km und ist optimal zum Eingehen. Es sind heute einige Kilometer auf eher schwach befahrenen Straßen zu gehen. Bevor es losgeht, wird noch schnell der erste Pilgerstempel im Pfarramt Thal abgeholt. Eine weitere Möglichkeit einen Stempel zu bekommen, gibt es beim Cafe Manifredi, einige Gehminuten nach der Kirche direkt am Jakobsweg (Mittwoch Ruhetag). Sowohl im Pfarramt als auch bei Manifredi gibt es das Pilgerheft für die vielen Pilgerstempel, die wir noch bekommen werden. Wir verlassen Thal und machen uns auf den Weg, folgen den Jakobswegschildern und Aufklebern. Nach einen kurzen Anstieg bleiben wir stehen und blicken nochmals zurück zur Jakobskirche und schießen noch schnell ein Foto für unseren Bericht. Jetzt geht es hurtig weiter in Richtung Plankenwarth. Aus weiter Ferne ist auch schon das wunderschöne Schloß zu sehen. Es ist im Privatbesitz einer Familie und nur gegen Voranmeldung zu besichtigen. Wir marschieren nun auf einer Landesstraße und besondere Vorsicht ist geboten. Der Verkehr hält sich in Grenzen und somit haben wir die Möglichkeit die Landschaft zu genießen. Wir sehen die Gleinalm, die Hirscheggeralm und auch die Koralpe, die wir in einigen Tagen überqueren. Irgendwie unglaublich das wir dorthin gehen werden. Der Große Speikkogel (2140m) ist auch zu sehen, inklusive die Radarstation (Goldhaube) unseres Bundesheeres. Die Kilometerleistung ist ein Wahnsinn, wir sind viel zu schnell und beschließen kurz Rast zu machen. Eine kleine Jause haben wir ja im Gepäck und Getränke sowieso. Nach 20 Minuten marschieren wir weiter und können bereits St. Oswald bei Plankenwarth sehen. Nach etwa 30 Minuten Gehzeit erreichen wir St. Oswald und gehen Richtung Kirche, um auch hier einige Fotos zu machen. In der Kirche treffen wir Resi die gute Seele der Pfarre. Wir begleiteten sie ins Pfarramt, wo wir unseren Pilgerstempel bekommen. Sie bietet uns auch ein Erfrischungsgetränk an. Nach einer kurzen Pause geht es wieder weiter Richtung Stiwoll. Wir machen ordentlich Kilometer, da es keine Steigungen gibt. Kurz vor Stiwoll kehren wir beim Buschenschank Staberhansl ein und gönnen uns eine gute Brettljause und eine Weinmischung. Gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. In Stiwoll angekommen, begrüßt uns die Kirchturmglocke. Sie ist eine der ältesten Glocken der Steiermark, die heute noch in Verwendung steht. Das einzige Gasthaus hat an diesem Tag geschlossen und deshalb gibt es keinen Pilgerstempel, da auch das Pfarramt nicht besetzt ist. Von Stiwoll haben wir jetzt noch ca. 6 km bis nach St. Pankrazen. Wir gehen die Landesstraße entlang und biegen rechts in den Stiwollgraben ein. Nach einigen hundert Metern biegen wir links in den Forstweg, wo wir nach weiteren 1,5 km bergauf den Ort St. Pankrazen erreichen. Unser Quartier beziehen wir beim Gasthaus Schwaiger gleich neben der Wallfahrtskirche. Die Zimmer sind neu renoviert und das Essen hervorragend. Der erste Tag ist geschafft.

2. Etappe St. Pankrazen - Bärnbach Jakobsweg Weststeiermark

 

St. Pankrazen-Geistthal-Kohlschwarz-Bärnbach

Gesamtkilometer: 46 km

Tageskilometer: 26 km

Gehzeit: 6h 20

Höhenmeter Austieg: 606m

Höhenmeter Abstieg: 932m

 

Wir haben sehr gut geschlafen und nach dem Frühstück gehen wir noch in die Wallfahrtskirche. Die Kirche wurde 1365 erstmals urkundlich erwähnt. Der Hochaltar der Kirche stammt aus dem Jahr 1620 und wurde 1968 vom Stift Rein nach St. Pankrazen gebracht. Im Mittelpunkt steht die Statue des Hlg. Pankraz aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche wird in der Nacht beleuchtet und ist weithin sichtbar. Nach dem Besuch der Kirche packen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf dem Weg nach Geistthal. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir die Jakobskirche, deren erste urkundliche Nennung um 1245 statt gefunden hat. Gleich neben der Kirche ist auch der Pilgerstein und der Frauenbrunnen zu besichtigen. Beim Pilgerkastl hinter dem Pilgerstein kann man seine Eindrücke schriftlich niederlegen. Bevor wir Geistthal verlassen gehen wir noch schnell ins Geschäft um uns mit Getränke einzudecken, da es bis Bärnbach kein Gasthaus gibt. Pünktlich um 10 Uhr verlassen wir das Ortszentrum und gehen Richtung Römaskogel. Unterwegs machen wir eine kurze Rast bei der Wölferl Kapelle, die sich knapp neben der Straße befindet. Hier gibt es auch eine Sitzgelegenheit und wir genießen den Ausblick ins Södingtal. Nach 1h10 Gehzeit erreichen wir dann endlich den Kreuzungsbereich Römaskogel-Gallmannsegg und können auf die nahe Gleinalm blicken. Im Sommer verbringen die Lipizzaner aus dem Bundesgestüt Piber dort ihre Ferien. So -  jetzt gehts einer Schotterstraße entlang und dann über den Wanderweg durch den Wald über den Reinprechtskogel, vorbei am Fürstallerkreuz bis zu einer Hinweistafel Pilgernotquartier. Dieses Quartier befindet sich einige hundert Meter entfernt vom Jakobsweg und wird gerne von Pilger als Herberge genutzt, da es in Geistthal keine Möglichkeit zum Übernachten gibt . Wir zweigen bei dieser Tafel rechts ab und gehen den Wanderweg entlang bis zum Anwesen Wilhelm. Wir befinden uns jetzt im Gemeindegebiet von Kohlschwarz. Leider verfügt diese Gemeinde über keinen Ortskern. Es gibt aber etliche Bauernhöfe entlang des Weges. Es gibt auch einen Pilgerstein der sich neben einem Materl befindet. 500 Meter nach dem Pilgerstein kommen wir zum Bauernhof Pongritz vulgo Schneiderbauer. Auf dem Haus sehen wir eine Tafel mit der Aufschrift " Pilgerfreundliche Familie". Selbstverständlich machen wir hier eine Pause und stärken uns  bevor wir die letzten 10 km bis Bärnbach in Angriff nehmen. Ab dem Bauernhof geht es auf der Straße bergab bis zur Lucknerkreuzung. Hier achten wir auf den Jakobswegweiser und gehen bergauf bis zur nächsten Straßenkreuzung. Wir befinden uns im Bereich Hochkogel- Hochtregist und sehen die Hirscheggeralpe, Stubalpe, Koralpe, Piber und Köflach. Nach eineinhalb Stunden ständig bergab erreichen wir Bärnbach. In Bärnbach gibt es einige Sehenswürdigkeiten wie das Glaskunstzentrum, Bärenbrunnen, Hundertwasserkirche, Mosesbrunnen, Schloß Altkainach und das Kloster am Heiligen Berg. Den Pilgerstempel gibt es im Stadtcafe gegenüber der Sparkasse und im Cafe Gudrun Trost kurz vor der Kirche. Es gibt aber auch einen Pfarrstempel im Pfarramt. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Bärnbach eher wenige. Man sollte unbedingt vorher reservieren! (Pigerherberge Hölfont, Sporthotel Glockenhof, Privatzimmer Fürnschuß, Privatzimmer Hofer, Kloster am Heiligen Berg, Privatzimmer Stübler im Ortsteil Afling). Letzterer ist vom Hauptplatz in Bärnbach mit dem Taxi zu erreichen.

3. Etappe Bärnbach - Edelschrott Jakobsweg Weststeiermark

 

Bärnbach- Piber-Köflach-Maria Lankowitz-Pichling bei Köflach-Edelschrott

Gesamtkilometer: 61 km

Tageskilometer: 15 km

Gehzeit: 3h 35

Höhenmeter Aufstieg: 514m

Höhenmeter Abstieg: 162m

 

Die heutige Etappe ist eher kurz, weil es vieles zu sehen gibt. Abmarsch ist bei der Hundertwasserkirche, vorbei beim Mosesbrunnen und dann entlang der Landesstraße bis zum Gasthaus Lackner. Kurz nach dem Gasthaus biegen wir links ab (Moosweg) und gehen leicht bergauf bis zu einem Jakobswegschild, queren eine Wiese und verschwinden für einige Meter im Wald. Wir befinden uns jetzt kurz vor Piber und können bereits die St. Andreaskirche und das Bundesgestüt sehen. Auf einem Wirtschaftsgebäude befindet sich wieder ein Pilgerkastl und darin ist ein Büchlein. Wir machen einen Eintrag und marschieren geradewegs auf Piber zu. Dort angekommen holen wir uns im Infobüro einen tollen Stempel für unser Pilgerheft (Pferdekopfstempel). Danach begeben wir uns in die Pfarrkirche St. Andreas. Piber ist eine der urkundlich am frühesten nachweisbaren Pfarren der Steiermark. Adalberos Sohn, Marquart von Eppenstein, erwarb um das Jahr 1066 vom Salzburger Erzbischof Gebhard für seine Kirche zu Piber volle pfarrliche Rechte. Solche pfarrlichen Rechte waren das Tauf- und das Begräbnisrecht, aber auch ein exklusiv zur Pfarrkirche gehöriger, fest umschriebener Pfarrsprengel. Die erste urkundliche Nennung eines Pfarrers von Piber namens Eberhard stammt aus dem Jahre 1187. In Piber haben wir auch die Möglichkeit eine Führung im Bundesgestüt mitzumachen. Sind schon sehr edle Pferde, diese Lipizzaner. Unser Weg führt uns nun nach Köflach. Über einen schönen Wanderweg geht es zur Therme Nova. Hier befindet sich auch das Tourismusbüro der Lipizzanerheimat. Sollte das Wetter einmal nicht gnädig sein, besteht die Möglichkeit sich hier in der Therme zu entspannen. Also eine Badehose sollte unbedingt in den Rucksack, da es viele Möglichkeiten am Weststeirischen Jakobsweg gibt ins Wasser zu springen (Schloßbad Bärnbach, Therme Nova, Freizeitinsel Piberstein in Maria Lankowitz, Hirzmannstausee in Edelschrott, Stausee auf der Soboth). Unser Weg führt uns direkt nach Köflach in die Fußgängerzone, wo es auch den Pilgerstempel gibt (Cafe Pötscher bzw. Cafe Cappa). In Köflach gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten sowie gute Gasthäuser. Eine halbe Stunde Fußmarsch und wir haben den Wallfahrtsort Maria Lankowitz erreicht. Ein Besuch der Kirche ist sehr empfehlenswert, da Maria Lankowitz der zweitgrößte Marienwallfahrtsort in der Steiermark ist. Wir holen uns im Pfarramt den Pfarrstempel. Im Cafe Irmgard (Pilgerstempel) machen wir wieder eine kurze Rast, bevor wir nach Edelschrott aufbrechen. Vorbei am Gemeindeamt, dem Schloß Maria Lankowitz, Golfplatz, Freizeitinsel Piberstein bis in den Ortsteil Pichling bei Köflach. Dort treffen wir auf die Bundesstraße B70. Zum Glück gibt es hier einen Gehsteig, den wir bis zum Gasthaus Lustiger Bauer entlang gehen können. Hier verlassen wir den Gehsteig und kurz nach dem Gasthaus biegen wir links ab und gehen bergauf den Wanderweg folgend nach Edelschrott. Beim Edelschrotter Hof (Pilgerstempel) werden wir übernachten und uns kulinarisch verwöhnen lassen.

4. Etappe Edelschrott - Modriach Jakobsweg Weststeiermark

 

Edelschrott-Edelschrott Lukaseder-Hirzmannstausee-Modriach Ort-Modriach Hoiswirt

Gesamtkilometer: 75 km

Tageskilometer: 14 km

Gehzeit: 3h 45

Höhenmeter Aufstieg: 560m

Höhenmeter Abstieg: 269m

 

Die heutige Etappe dient zur Erholung und wir haben alle Zeit der Welt. Nach dem Frühstück machen wir kleinere Einkäufe im Ort und erfahren, dass in Edelschrott der letzte Bankomat  bis Lavamünd in Kärnten steht. Um 10 Uhr brechen wir auf. Durch den Ortsteil Lukaseder geht es runter zum Hirzmannstausee. Wir überqueren die Brücke und folgen den Wanderweg Richtung Modriach. Beim Bauernhof Hacker (Pilgerfreundliche Familie) machen wir bereits die erste Rast. Die ganze Familie ist an diesem Tag zu Hause und wir werden freundlich begrüßt. Sogar eine Jause wollen sie uns anbieten. Da wir heute wirklich viel Zeit haben, bleiben wir eine Stunde und setzten danach unsere Pilgerreise fort. Ein wunderschönes Gebiet und viel Ruhe. Kein Mensch weit und breit. Natur pur! Über den Wanderweg geht es Richtung Modriach. Nur einige hundert Meter müssen wir auf einer Gemeindestraße gehen, ansonsten nur am Wanderweg entlang bis wir zum Gasthaus Ehrensepp (Pilgerstempel) kommen. Bis zur Kirche dauert es nur 20 Minuten und deshalb haben wir es nicht eilig und plaudern ein wenig mit der Wirtin. Dieser Betrieb gehört noch zur Gemeinde Edelschrott. Die Kirchenglocke von Modriach läutet und wir hören es bis runter ins Gasthaus. Also Rucksack rauf und Abmarsch nach Modriach. Dort angekommen gehen wir in die Kirche und machen wieder einige Fotos. Jetzt haben wir bis zum Hoiswirt noch knapp eine Stunde Gehzeit. Über den Wanderweg geht es ganz gemächlich bergauf. Erst das letzte Stück im Bereich Schilift macht uns etwas zu schaffen. Die Hochlandrinder sind sehr neugierig und wir machen einen Bogen um sie herum. Geschafft - wir sind beim Hoiswirt! Wir haben nun fast die Hälfte des Weststeirischen Jakobsweges geschafft. Der Hoiswirt (Pilgerstempel) ist ein Familienbetrieb und das Essen schmeckt ausgezeichnet. Vor dem Haus steht auch wieder ein Pilgerstein und wir machen ein Gruppenfoto. Den Abend lassen wir mit einer Flasche Wein gemütlich ausklingen. Oder waren es zwei? Keine Ahnung.

5. Etappe Modriach Hoiswirt - Osterwitz Jakobsweg Weststeiermark

 

Hoiswirt-Schrogentor-St. Oswald in Freiland-St. Jakob in Freiland-Osterwitz

Gesamtkilometer: 97 km

Tageskilometer: 22 km

Gehzeit: 5h 45

Höhenmeter Aufstieg: 775m

Höhenmeter Abstieg: 726m

 

Heute wird es etwas anstrengender, da wir bis zur Jakobskirche nach Freiland runter müssen und erst danach wieder aufsteigen - bis nach Osterwitz. Auf alle Fälle werden die Trinkflaschen aufgefüllt, denn es kann sein das wir bis Osterwitz kein offenes Gasthaus (Ruhetag bzw. haben die Gasthäuser erst gegen Abend geöffnet) vorfinden werden. Geschäfte gibt es auch keine mehr, erst wieder auf der Soboth. Um 8 Uhr ist Abmarsch und wir gehen Richtung Schrogentor. Beim Schrogentor verlassen wir den Bezirk Voitsberg und wechseln in den Bezirk Deutschlandsberg. Immer den Jakobswegschildern und Wanderwegsmarkierungen folgend, bis wir die ersten Bauernhöfe der Gemeinde St. Oswald / Kloster sehen. Kurz vor dem Ortszentrum treffen wir auf einen Waldfriedhof und gleich darauf stehen wir vor der Kirche von St. Oswald. In dieser Gegend der Weststeiermark sind die Kirchen selten offen. Eine Statue des Hlg. Oswald bildet das Altarbild des Hochaltares. Der Stil des Altarschmuckes wird als Knorpelwerkstil bezeichnet. Links am Hauptaltar befindet sich eine Figur des Hlg. Leonhard, rechts eine Figur des Hlg. Jakobus (mit Pilgerstab). Diese beiden Heiligen sind die Patrone der Stammpfarre St. Jakob in Freiland und weisen darauf hin, dass St. Oswald bis in das 18. Jahrhundert eine Filialkirche von Freiland war. Nach dem Besuch der Kirche geht es bei der Volksschule und dem Gemeindeamt vorbei Richtung Gasthaus Triftweber. Beim Triftweber gehen wir die Landesstraße runter bis wir zur Jakobskirche von Freiland kommen. Die Jakobskirche war ursprünglich dem Leonhard von Limoges geweiht. Im 16. Jahrhundert wurde sie dem Hlg. Jakobus dem Älteren geweiht. Der Hochtaltar zeigt eine Darstellung des Hlg. Jakobus. Darüber die Trinität thronend. Die Evangelienseite des Altares bildet die Statue des Hlg. Florian. Auf der rechten Seite des Altares ist eine Statue des Hlg. Rochus. Im Seitenaltar auf der rechten Seite der Kirche befindet sich eine Statue des Hlg. Leonhard. Der Seitenaltar auf der Evangelienseite zeigt ein Bildnis der unbefleckten Empfängnis Mariens aus dem Jahr 1657. Der Taufstein im Turm der Kirche ist der älteste erhaltene der Steiermark und wurde mit einem barocken Aufsatz versehen. Die Gemeinde ist eine typische ländliche Gemeinde der Weststeiermark. Das Dorfzentrum besteht aus der Kirche St. Jakob in Freiland mit umliegendem Friedhof, Gemeindeamt und Volksschule mit angeschlossener Mehrzweckhalle und Wirtschaftshof, einem katholischen Jugendhaus - Jakobihaus (ehemaliger Pfarrhof), einem Gasthaus und dem Bauernhausmuseum Herk. Die Jakobusstatue, der Dorfbrunnen mit der symbolischen Darstellung der beiden Flüsse Wildbach und Laßnitz und der Josef Krainer Gedenkstein sowie ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege runden den kleinen Dorfkern ab. Den Pilgerstempel gibt es beim Freiländerwirt und beim Bauernhof Spieler neben der Kirche. Bevor wir Freiland verlassen, werden die Trinkflaschen aufgefüllt. Jetzt geht es wieder 2 km zurück bis zur Strassenkreuzung, wo wir Richtung Osterwitz abbiegen. Nun geht’s für 1,2 km bergab und dann pilgern wir für die nächsten eineinhalb Stunden am Wallfahrerweg (Weg 553) vorbei am Frauentaler Wallfahrtskreuz und der Christopherusstatue beim Bauernhof Tschreppl nach Osterwitz. Der Weg dorthin ist etwas beschwerlich, da es fast nur bergauf geht. Dafür werden wir beim Anblick der Kirche dafür entschädigt. Im Zentrum der Gemeinde steht die Wallfahrtskirche mit dem Patrozinium der Schmerzhaften Muttergottes. Diese Kirche wurde erstmals 1382 urkundlich erwähnt, es handelt sich um einen spätgotischen Bau mit barocken Seitenschiffen. Der gotische Westturm mit seinem Zwiebelturm ist im Gebiet weithin sichtbar. Am 15. August jedes Jahres (Fest Maria Himmelfahrt, „großer Frauentag“) ist die Kirche Ziel mehrerer Wallfahrten aus dem weststeirischen und kärntnerischem Gebiet. Im Zentrum von Osterwitz gibt es zwei Übernachtungs - möglichkeiten. Gasthaus Pension Zach und das Pfarrhaus Osterwitz. Im Pfarrhaus kann man nur mit Vorreservierung nächtigen. (Ansprechperson Frau Gertrude Schmidbauer Telefon: 0043 (0) 664 / 11 21 128). Wir beziehen Quartier im Gasthaus und lassen uns das Essen schmecken. Heute gehen wir früh ins Bett, denn morgen geht es über den Großen Speikkogel auf der Koralpe bis zum Koralpenschutzhaus.

6. Etappe Osterwitz - Koralpenschutzhaus Jakobsweg Weststeiermark

 

Osterwitz-Trahütterhütte-Handhöhkreuz-Weinebene-Hühnerstütze-Großer Speikkogel(2140m) - Koralpenschutzhaus

Gesamtkilometer: 114 km

Tageskilometer: 17 km

Gehzeit: 5h 35

Höhenmeter Aufstieg: 1189m

Höhenmeter Abstieg: 326m

 

Um 7 Uhr Tagwache und ausreichend frühstücken. Den Pilgerstempel in das Pilgerheft stempeln, Wasservorräte auffüllen und los gehts. Wir haben ca. eine Stunde bis zur Trahütterhütte und es geht ständig bergauf. Erst zum Schluß, kurz vor der Hütte fällt es leicht bergab. Der Hüttenwirt, ein lustiger Zeitgenosse erwartet uns bereits. Bernhard heißt er und gibt bereitwillig Auskunft über die Wetterverhältnisse auf der Koralpe. Wir machen eine Pause und steigen dann auf Richtung Poschalm und Handhöhkreuz. Bei Nebel unbedingt regelmässig  auf die Wegmarkierungen achten. In dieser Gegend kann man sich schnell verirren. Beim Handhöhkreuz haben wir dichten Nebel. Wir machen hier keine Rast, sondern gehen so schnell wie möglich zur Weinebene (1666m) die wir nach einer halben Stunde auch erreichen. Die Gastwirtschaft hat zum Glück geöffnet (Pichleralm).Wir essen eine Suppe und erkundigen uns telefonisch beim Koralpenschutzhaus über die Wetterverhältnisse dort. Alles klar sagt der Hüttenwirt, der Nebel lichtet sich. Jetzt gehts ins Eingemachte, die Hühnerstütze (1989m) und der Große Speikogel (2140m)wartet. Wir verlassen die Weinebene und folgen den Wegverlauf des Weitwanderweges 505. Stetig geht es bergauf und die Hühnerstütze kommt immer näher. Wir erreichen die Abzweigung Grillitschhütte (Rundbau)- Hühnerstütze und können es gar nicht glauben das wir da rauf müssen. Sollen wir zuerst zur Hütte gehen oder doch schon rauf zum Berg. Wir entscheiden uns für den Berg, denn bis zur Grillitschhütte hin und zurück ist es eine halbe Stunde. Der Aufstieg zur Hühnerstütze ist beschwerlich und dauert ca. eine Stunde. Oben angekommen, hat man eine traumhafte Aussicht in die Weststeiermark und nach Kärnten. Jetzt geht es wieder etwas runter, bevor wir den Großen Speikkogel erklimmen. Der Gipfel kommt immer näher und die Füße werden immer schwerer. Der Rucksack könnte jetzt wirklich etwas leichter sein. Einige Meter noch und dann haben wir es geschafft. Wir stehen am höchsten Punkt des Jakobsweges in Europa. 2140 m und eine tolle Aussicht. Wir nehmen die Rucksäcke ab und setzen uns neben das Kreuz. Wir schreiben uns ins Gipfelbuch ein und hinterlegen einen kleinen flachen Stein direkt beim Kreuz. Natürlich haben wir unsere Steine von zuhause bis hierher mitgetragen und sie mit unseren Namen versehen. Schnell noch ein Gipfelfoto gemacht und dann runter zum Koralpenschutzhaus. Wir haben Hunger, Durst und unsere Kleidung ist durchgeschwitzt. Nach einer halben Stunde erreichen wir das Schutzhaus. Hier erwartet uns kein Luxus, aber wir sind froh das es diese Unterkunft gibt. Nach dem Essen (Wienerschnitzel mit Pommes) schauen wir uns den Sonnenuntergang an. Grenzgenial! Nach Bier und Pilgerwasser gehen wir sehr müde ins Bett.

 

7. Etappe Koralpenschutzhaus - Jakobskirche Soboth Jakobsweg Weststeiermark

 

Koralpenschutzhaus-Jauksattel-Kleinschneiderkogel-Dreieckhütte-Soboth

Gesamtkilometer: 132 km

Tageskilometer: 18 km

Gehzeit: 5h

Höhenmeter Aufstieg: 204m

Höhenmeter Abstieg: 1078m

 

Stark bewölkt ist es, wir nehmen die Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Zuerst geht es etwas bergauf, nach dem Frühstück nicht unbedingt angenehm. Nach einer halben Stunde gehts aber endlich bergab über den Lavanttaler Höhenweg. Bei der Abzweigung sind wir genau auf 2040m. Nicht nur Kühe kann man hier sehen, sondern auch Gemsen haben sich hier angesiedelt. Kontinuierlich gehts bergab, bis wir zu einem großen Stromgittermasten kommen. Gleich danach kommen wir auf eine Ebene und gehen geradewegs über die Wiese und sehen hier wieder die Wanderwegmarkierungen. Diesen schönen Weg folgen wir und erreichen nach einiger Zeit den Luckerten Felsen (1660m) Jetzt wird kurz Pause und einige Fotos gemacht. Nach 15 min machen wir uns wieder auf den Weg. Vorbei am Wallfahrerkreuz Jauksattel (1640m) gehen wir den Wanderweg rauf zum Kleinschneiderkogel (1640m) und achten dabei  auf die Markierungen (links halten). Über die Handhab (1499m) und den Dreieckkogel (1528m) erreichen wir die Dreieckhütte (1460m). Diese Hütte bietet sich für eine längere Pause an, da wir bis zur Soboth nur mehr 1h15 Gehzeit haben. Die Jause ist ein Hit und das Pilgerwasser mundet. Übernachtungsmöglichkeiten gibts hier auch. Schweren Herzens verlassen wir die Dreieckhütte und nehmen die letzten Kilometer zur Jakobskirche Soboth in Angriff. Wir machen ganz schön Tempo da es ganz leicht zu nieseln beginnt. Hoffentlich schaffen wir es ohne nass zu werden. Vorbei bei der Loinighütte, dem Gasthaus Lindner erreichen wir fast trocken Soboth (1060m). Wir beziehen unser Quartier beim Gasthaus Messner und gleich darauf schüttet es aus allen Kübeln. Danke, Hlg. Jakob! In Soboth gibt es drei Möglichkeiten zum Übernachten (Lindner, Mörth und Messner). In allen Betrieben gibt es sehr gutes Essen. Nach dem Abendessen machen wir einen Rundgang durch Soboth. In dem idyllischen Ort Soboth ist vor allem die Pfarrkirche Hl. Jakobus aus dem Jahre 1545 sehenswert. Lustige Holzfiguren sind im Zentrum verteilt. Aber auch die Wallfahrtskirche St. Leonhard am Zambichl von 1645 mit 14 gemauerten Kreuzwegstationen und Resten der alten Glashütte ist ein Besuch wert. Bei einer Flasche Wein lassen wir den Tag ausklingen. Morgen haben wir die letzte Etappe am Weststeirischen Jakobsweg.

8. Etappe Jakobskirche Soboth - Lavamünd in Kärnten Jakobsweg Weststeiermark

 

Soboth-Laßnighube-Weintrattl-Lorenzenberg-Hornigkreuz-Pfarrdorf-Lavamünd

Gesamtkilometer: 153 km

Tageskilometer: 21 km

Gehzeit: 5h 30

Höhenmeter Aufstieg: 535m

Höhenmeter Abstieg: 1242m

 

Strahlender Sonnenschein in Soboth - Herz, was willst du mehr. Der Wirt sagt uns, dass wir spätestens um 8 Uhr aufbrechen müssen, weil am Nachmittag eine Schlechtwetterfront naht. Kaum zu glauben, es ist hier wolkenlos. Pünktlich um  8 Uhr verlassen wir das Pilger- und Wanderdorf Soboth. Zuvor versorgen wir uns noch mit Getränke und Jause, da es bis Lavamünd keine Einkehrmöglichkeit gibt. Auch ein Gruppenfoto vor dem Pilgerstein wird noch schnell gemacht. Wir folgen dem Wegweiser 06/03A Richtung Lavamünd. Ein kleines Stück gehen wir der asphaltierten Straße entlang, bis wir  zu den Überresten der Kappmühle kommen, dort überqueren wir den Gaschitzbach. Wir folgen dem Waldsteig bis zu Laßnighube (1060m) und dem Anwesen Karnitschnig (Achtung: Wegmarkierung ist am Wirtschaftsgebäude angebracht). Wir nehmen den Wiesenweg knapp unterhalb des Wohnhauses und gehen bis zum „Jagahanslkreuz“. Bei Abzweigungen und Kreuzungsbereichen unbedingt auf die Markierungen achten, da diese durch Zweige möglicherweise leicht versteckt sein können! Hier lohnt es sich das vorhandene Kartenmaterial mit einzubeziehen und immer wieder den Weg zu kontrollieren und den genauen Standort zu bestimmen. Stetig bergauf gelangen wir nach insgesamt ca 3 Stunden Gehzeit von Soboth zum Kreuzungspunkt Weintrattl (1420m) in Kärnten. Wir haben den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe erreicht. Hier machen wir nun eine kurze Rast, bevor es runter zum Lorenzenberg geht. Nach 30 min Pause gehts wieder los, wir wollen ja nicht in die Schlechtwetterfront kommen. Vorbei an den Gehöften des Lorenzenbergs Jankitz– Rechberger (Kapelle) und Roth (1020m) bis zum ehemaligen Gasthaus Strohmaier, wo wir einen Abstecher zur Kirche St. Lorenzen (924m) machen. Die Pfarrkirche zum Hlg. Laurentius, urkundlich erstmals 1619 erwähnt ist ein kleiner gotischer Bau, Hochaltar vom 18. Jahrhundert, Seitenaltar mit Altarblatt der Hlg. Ursula. Die Kirche wurde in den letzten Jahren vollends renoviert. Von der Kirche geht es wieder zurück zur Straße und weiter bergab – wir überqueren erstmals den Multererbach, wo wir nach einigen Minuten das Anwesen Jamnik erreichen. Einige hundert Meter nach dem Anwesen verlassen wir wieder die Straße und gehen durch einen Wald bis zum Hornigkreuz. Ein Stück gehen wir der Straße entlang und folgen links hinunter den rot-weiß-roten Markierungen entlang des Waldrandes – gehen durch den Wald bis zum Bach hinunter und marschieren den Multererbach entlang. Am Ende des Grabens trifft der Jakobsweg Weststeiermark auf den bestehenden südösterreichischen Jakobsweg (430m). Jetzt sehen wir erstmals schwarze Wolken über unseren Köpfen und wir erhöhen unser Tempo. Beim nächsten Bauernhof gehen wir zwischen Stall und Wohnhaus durch und erreichen nach etwa 10 Minuten die unter den Motorradfahrern berühmte Soboth-Straße, der wir bis zur Rechtskurve bergab folgen. Dort nehmen wir den Wanderweg parallel oberhalb der Straße. Die letzten Meter bis Pfarrdorf-Lavamünd (349m) legen wir wieder auf der Straße zurück. Gleich nach dem Ortsschild, an der Kreuzung mit der Drautalbundesstraße, befindet sich der "Hüttenwirt". Es beginnt leicht zu regnen und wir sind froh unser Ziel erreicht zu haben. Heute gibt es Grillteller mit Salat und ein großes Bier. Prost! Noch während dem Essen beginnt es aus allen Kübeln zu schütten und ein Gewitter breitet sich aus. Es kracht und blitzt. Danke lieber Jakob und ein DANKE an den Wirt (Gasthaus Messner) auf der Soboth!!! Nach einigen Minuten beobachte ich zwei Wanderer die es verdammt eilig haben, den Hüttenwirt zu erreichen. Patschnass sind sie und setzen sich völlig erschöpft am Nachbartisch nieder. Die zwei Mädls aus Tirol waren am südösterreichischen Jakobsweg unterwegs. Sie sind von Thal bei Graz nach Leibnitz - Marburg - Ruse - Vuzenica und Dravograd nach Lavamünd gekommen. Es gab keine Wegmarkierungen und seitens der Bevölkerung nur spärliche Informationen über den Wegverlauf. Bei der Quartiersuche gab es auch Probleme. Einige Betriebe wollen keine Pilger die nur für eine Nacht bleiben. Na da haben wir wohl den richtigen Weg gewählt, den Weg über die Weststeiermark. Freundliche, hilfsbereite Anrainer und sehr pilgerfreundliche Betriebe. Wir beschließen die Nacht beim Hüttenwirt zu verbringen, da es wenig Sinn hat im Regen zu marschieren. Wir sind schon neugierig wie es am Kärntner Jakobsweg weiter geht.

9. Etappe Lavamünd - Jakobskirche Neuhaus Jakobsweg Kärnten

 

Lavamünd-Unterpudlach-Oberpudlach-Turnerhof-Jakobskirche Neuhaus

Gesamtkilometer: 159 km

Tageskilometer: 6 km

Gehzeit: 1h 30

Höhenmeter Aufstieg: 131m

Höhenmeter Abstieg: 59m

 

Heute machen wir Sightseeing in Lavamünd. Nach 8 Tagen und 153 km, 4954m im Aufstieg und 5022 km im Abstieg haben wir beschlossen den Vormittag zum Ruhetag zu deklarieren. Wir füllen heute unsere Geldbörsen und machen Lavamünd unsicher. Besuch der Kirche steht am Plan und anschließend ein deftiges Mittagessen, bevor wir nach Neuhaus aufbrechen. Um 15 Uhr verabschieden wir uns von Lavamünd und überqueren erstmals die Drau die uns bis Südtirol (Toblach ital. Dobbiaco) begleiten wird. Heute haben wir es wirklich nicht weit bis zu unserem Etappenziel in Neuhaus. Auf der Draubrücke machen wir noch einige Fotos und dann geht es weiter über Unterpudlach und nach Oberpudlach wo wir zum Turnerhof gelangen. Der Turnerhof wurde in den letzten Jahren teilweise zu einer Pilgerherberge umfunktioniert. Sagenhaft, was die Familie Sadnek hier geleistet hat www.turnerhof.com. Auf alle Fälle ist ein Besuch bei den Sadneks am Turnerhof ein Erlebnis. Man kann hier übernachten und einen Pilgerstempel gibt es auch. Peter Lindenthal, Schöpfer des südösterreichischen Jakobsweges war hier auch schon zu Gast. Alljährlich im Juli gibt es am Turnerhof ein Pilgertreffen. Wir sind sicher dabei! Schweren Herzens ziehen wir weiter Richtung Neuhaus. Gerne hätten wir hier übernachtet, aber wir halten uns an die Regeln- schließlich haben wir beim Gasthaus Hartl in Neuhaus unsere Unterkunft reserviert. Bis bald Elisabeth!

 

10. Etappe Jakobskirche Neuhaus - Klopein Jakobsweg Kärnten

 

Jakobskirche Neuhaus-Rinkenberg-Rinkolach-Edling-Kühnsdorf-Wasserhofen- Klopein

Gesamtkilometer: 191 km

Tageskilometer: 32 km

Gehzeit: 8h

Höhenmeter Aufstieg: 307m

Höhenmeter Abstieg: 285m

 

Um 7. 30 Uhr gibt es Frühstück und anschließend gehen wir in ein Lebensmittelgeschäft. Der Inhaber hat den Schlüssel für die Jakobskirche. Bereitwillig geht er mit uns zur Kirche und öffnet sie für uns. Nachdem wir einige Fotos gemacht haben, gehen wir die Dorfstraße runter bis wir auf den Radweg R1 treffen. Nach einigen Kilometer beginnt es zu regnen. Bei einem Wartehäuschen holen wir die Regenbekleidung aus dem Rucksack. Ausgerechnet heute, wo wir eine lange Etappe zu bewältigen haben macht Petrus uns einen Strich durch die Rechnung. Egal wir müssen trotzdem weiter. Gut geschützt, geht es bis zur Hängebrücke die über die Feistritz gespannt ist. Wir betreten die Brücke und sie beginnt unter unseren Füßen zu schwanken. Roswitha streikt und will nicht mehr weitergehen. Ich nehme sie an der Hand und führe sie sicher über die Brücke. Unmittelbar nach der Brücke befindet sich das Kirchlein St. Luzia. Über Aich und Dobrowa führt uns der Weg nach Rinkenberg. Dort befindet sich eine spätgotische Kirche. Der Regen hat aufgehört und wir können unsere Regenbekleidung wieder einpacken. Das einzige Gasthaus hat leider geschlossen und so gehen wir auf dem Wanderweg den Berg hinauf bis wir zu einem Materl kommen. Wir haben den höchsten Punkt (560 m) unsere heutigen Etappe erreicht. Nach dem Materl zweigen wir links ab und folgen den Wanderweg bis nach Rinkolach. Die Kirche ist leider verschlossen und wir marschieren weiter bis nach Altmittlern. Jetzt machen wir Pause und holen unsere Jause aus dem Rucksack. Wir nehmen Platz auf einer Bank, die noch etwas feucht vom Regen ist und werden neugierig von den Einheimischen beobachtet. 17 km haben wir bereits hinter uns. Nach einer halben Stunde geht es weiter, vorbei bei Edling bis nach Priebelsdorf wo wir ein Ehepaar treffen die gerade dabei sind Holz zu schneiden. Sie entpuppen sich als sehr pilgerfreundliche Menschen und laden uns auf ein erfrischendes Getränk ein. Da es bis Kühnsdorf kein Gasthaus gibt, nehmen wir die Einladung dankbar an. Nach Priebelsdorf überqueren wir den Trkiengraben und gelangen bald darauf nach Kühnsdorf. Dort angekommen machen wir uns auf die Suche nach einem Wirtshaus wo wir uns etwas ausruhen können. Leider war alles zu und so beschließen wir nach Wasserhofen weiter zu ziehen. In Wasserhofen hat endlich ein Gasthaus geöffnet und wir machen jetzt eine Stunde Pause. 26 km haben wir heute schon zurückgelegt und die Füße sind schon etwas schwer. Nach einer erholsamen Stunde nehmen wir unsere Rucksäcke und weiter geht es nach Klopein. Wir beschließen entlang der Seepromenade zu gehen um so schneller zu unserer heutigen Unterkunft zu gelangen. Bald liegt Klopein hinter uns und wir nehmen die letzten zwei Kilometer in Angriff. Der Hunger wird immer größer und die Füße mögen auch nicht mehr. Nach einer halben Stunde erreichen wir ziemlich geschlaucht unsere Herberge „ Zum Nachbar“. Wir beziehen unsere Zimmer und ab geht es unter die Dusche. Das Abendessen hat uns wieder eine wenig aufgerichtet. Heute geht es früh ins Bett, weil morgen haben wir wieder  eine lange Etappe zu bewältigen.

11. Etappe Klopein - Kirschentheuer Jakobsweg Kärnten

 

Klopein-Goritschach-Jakobskirche Gallizien-Glainach-Ferlach-Kirschentheuer

Gesamtkilometer: 221 km

Tageskilometer: 30 km

Gehzeit: 8h

Höhenmeter Aufstieg: 187m

Höhenmeter Abstieg: 207m

 

Ausgeruht und mit voller Energie geht es nach dem Frühstück los. Im Ortsteil von Weitendorf queren wir den Hemmaweg und marschieren einige hundert Meter auf einer eher schwach befahrenen Landesstraße bis wir links abbiegen und dann unseren Weg auf dem 08er Weitwanderweg fortsetzten. Nach zwei Stunden erreichen wir die Jakobskirche von Gallizien. Leider gibt es keinen Pilgerstempel und so machen wir uns auf die Suche nach dem Pfarrhaus. Nicht weit von der Kirche werden wir fündig. Wir läuten an der Türglocke und nach einigen Sekunden hören wir eine Stimme über die Türsprechanlage. Wir deklarieren uns als Pilger und bitten um einen Pfarr- bzw. Pilgerstempel. Die freundliche Stimme am anderen Ende der Sprechanlage fragt wo wir uns jetzt befinden. Ja, ich steh vor dem Pfarrhaus antwortete ich. Aha, achso ja ich komme. Anscheinend hat der liebe Herr Pfarrer die Gegensprechanlage mit dem Telefon verwechselt. Der Pfarrer ein sehr freundlicher Herr öffnet lächelnd die Tür und gibt uns den Stempel in unsere Pilgerhefte. Er erzählt uns, dass der Stempel nur mehr im Pfarrhaus erhältlich ist. Leider verschwanden schon mehrere Stempel aus der Kirche. Auf ein Glaserl Wein will er uns auch einladen, nur ist es uns etwas zu früh und wir lehnen dankend ab. Wir verabschieden uns vom netten Pfarrer und begeben uns zur Drau. Dort angekommen, queren wir den Fluß und für die nächsten 12 km wird er unser ständiger Begleiter sein. Nach 6 km überqueren wir wieder die Drau und kommen zu einer Sitzgelegenheit. Jetzt wird Pause gemacht und eine Kleinigkeit gegessen und getrunken. In Glainach haben wir vor zum Gasthaus Antonitsch zu gehen und dort ein Supperl zu konsumieren. Aber bis dorthin geht es nach der Pause nochmals 6 km geradeaus der Drau entlang. Im Sommer gibt es hier massenweise Gelsen die einen das Leben verdammt schwer machen können. Nicht zu vergessen die vielen Radfahrer die uns Pilger in Gefahr bringen. Aber zum Glück ist es jetzt noch relativ ruhig und nur einzelne Radler begegnen uns. Unwahrscheinlich, wie lang 6 km sein können. Froh sind wir als Glainach erreicht ist. Eine gute Suppe und ein Bierchen und die Welt ist wieder in Ordnung. Über 22 km haben wir heute schon geschafft und der Zeitplan stimmt auch noch. Bis nach Kirschentheuer haben wir noch 7 km. Wir haben also genügend Zeit und können unser Tempo etwas dosieren. Nach 4 km erreichen wir gut gelaunt Ferlach. Ferlach ist die südlichste Stadt Österreichs, aber auch bekannt als Stadt der Büchsenmacher. Unser Weg führt uns zur Pfarrkirche die dem Hlg. Martin geweiht ist. Sie ist bekannt für ihre schönen Farbglasfenster nach den Entwürfen von Karl Bauer. Bei der Pfarrkirche treffen wir auch wieder auf den Hemmerweg der durch Ferlach verläuft und über den Loiblpass weiter nach Slowenien geht. Wir verlassen das Zentrum, überqueren den Grießbach und gehen nach Kirschentheuer wo wir beim Gasthof Schütz unser Quartier beziehen.

12. Etappe Kirschentheuer - St. Jakob im Rosental Jakobsweg Kärnten

 

Kirschentheuer-Dornach-St. Johann Rosental-Maria Elend-St. Jakob im Rosental

Gesamtkilometer: 245 km

Tageskilometer: 24 km

Gehzeit: 6h

Höhenmeter Aufstieg: 260m

Höhenmeter Abstieg: 220m

 

Heute sind wir schon früh auf den Beinen nur leider dauert es noch ein wenig bis wir unser Frühstück bekommen. Eine Tasse Kaffee wär jetzt nicht schlecht aber wie gesagt es dauert noch. Ich geh in der Zwischenzeit durch die kleine Ortschaft und sehe mir die Gegend ein wenig an. Viel ist hier nicht zu sehen. Einen kleinen Badesee gibt es und das war es dann aber auch schon. Um 7.30 gibt es endlich Frühstück und heute wird ordentlich zugelangt. Um 8.15 Uhr marschieren wir los. Über Dornach, Babniak gelangen wir nach St. Johann im Rosental. Von dort führt der Jakobsweg zum Feistritzer Stausee. Wir gehen den Stausee entlang und plötzlich befinden wir uns inmitten einer Großbaustelle. Wir beschließen durch die Baustelle zu gehen da es sonst keine andere Möglichkeit gibt weiter zu kommen. Nur wie kommen wir wieder zum Jakobsweg? Egal wir improvisieren ein wenig und gehen durch die Baustelle bis wir auf die Hauptstraße kommen. Wir folgen den Straßenverlauf bis wir Maria Elend erreichen. Ein kurzer Besuch in der Kirche und dann gehen wir zum Gasthaus Auer und genehmigen uns eine Suppe. Hier gibt es mit Sicherheit die größten Suppenteller mit Mega Inhalt. Sie schmeckt großartig und wir sind froh dieses Gasthaus gewählt zu haben. Von Maria Elend geht es weiter nach St. Jakob im Rosental. Wie der Name es uns schon verrät, gibt es hier eine Jakobskirche. Seit einigen Kilometer habe ich ein Problem mit dem linken Knie. Es sticht wie verrückt und ich kann es nicht mehr voll belasten. Von St. Jakob geht es weiter nach St. Peter  wo wir die Landesstraße überqueren und auf dem Wanderweg weiter nach Mühlbach gehen. Beim Thomashof in Mühlbach beziehen wir unser Quartier. Eine wirklich tolle Unterkunft mit sehr schönen Zimmern. Nach dem Duschen verabreiche ich meinem Knie eine wohltuende Einreibung. Ich vermute, dass meine Wanderschuhe doch etwas zu schwer sind. Ich werde sie wohl oder übel gegen andere eintauschen.

13. Etappe St. Jakob im Rosental Mühlbach - Villach Jakobsweg Kärnten

 

St. Jakob im Rosental Mühlbach-Ledenitzen-Oberferlach-Egg am Faaker See-Drobollach-Türkei-Serai-Maria Gail-Jakobskirche Villach

Gesamtkilometer: 265 km

Tageskilometer: 20 km

Gehzeit: 5h30

Höhenmeter Aufstieg: 370m

Höhenmeter Abstieg: 350m

 

Heute haben wir die letzte Etappe  in diesem Jahr. Geschlafen haben wir sehr gut beim Thomashof. Mein Knie macht mir ganz schöne Probleme. Hoffentlich schaffe ich es bis Villach. Zur Sicherheit nehme ich eine Schmerztablette. Um 7 Uhr ist Abmarsch und mit vorsichtigen Schritten geht es nach Unterferlach und Ledenitzen wo wir auf die Landesstraße treffen. Jetzt beginnt auch noch die rechte Ferse zu schmerzen. Das Tempo wird etwas reduziert und ich darf auf keinem Fall eine falsche Bewegung machen. Eigentlich möchten wir heute so früh wie möglich in Villach sein, da wir einen früheren Zug nehmen wollen und  damit würden wir uns zwei Stunden einsparen. Bis Egg am Faaker See dauert es nicht mehr lange und dort werden wir eine Pause machen. Über dem Tabor gehen wir nicht, sondern bleiben auf der Seestraße. Bergauf habe ich kein Problem, nur beim bergab gehen tut es Höllisch weh. In Egg angekommen, gehen wir zur kleinen Filialkirche. Sie liegt am östlichen Ortsrand und ist eine kleine gotische Dorfkirche, welche mit Wandmalereien vom Hlg. Jakobus und dem Hlg. Andreas imponiert. Ich muss jetzt etwas Pause machen  und wir gehen in das Gasthaus Tschebull einige Meter nach der Kirche. Knie einschmieren und noch eine Schmerztablette  ist angesagt. Vom Wirt bekommen wir auch einen Stempel für unser Pilgerheft. Als ich unsere Getränke zahlen will sagt der Wirt zu mir. Ihr seid Pilger auf dem Jakobsweg eure Getränke übernehme ich. Tut mir einen Gefallen und geht einige Meter für mich, ich selber kann mit meinem schlechten Fuß nicht mehr soweit. Diesen Gefallen werden wir mit Sicherheit erfüllen. Wir bedanken uns beim Wirt und pilgern weiter in Richtung Türkei. Der Name „Türkei“ erinnert an die Türkeneinfälle in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Tal zwischen Faaker See und Maria Gail, wo sich ein türkisches Lager befand, wird „Türkei“ genannt. Wir verlassen die Türkei und kommen nach Serai. Jetzt ist die Zeit gekommen und wir lösen unser Versprechen ein das wir dem Wirt in Egg am See gegeben haben. Von Serai bis zur Wallfahrtskirche Maria Gail gehen wir für Dich! Die erste urkundliche Erwähnung der Wallfahrtskirche ist in der Gründungsurkunde des Klosters St. Gallus in Moggio Udinese (Friaul) verzeichnet. Sie ist in das Jahr 1136 datiert. Während der Türkenkriege im 15. Jahrhundert wurde die Kirche 1478 bei einem Türkeneinfall geschändet und zerstört. Aus dieser Zeit stammt die heute noch erhaltene "Türkenglocke". Über die Gailbrücke kommen wir nach Perau, wo wir weiter der Drau entlang wandern und schließlich den Hauptplatz von Villach erreichen. Die letzte Station ist die Stadtpfarrkirche St. Jakob in Villach wo wir die Möglichkeit haben den Kirchturm mit seinen 94 Metern zu erklimmen. Über 239 Stufen erreicht man die Türmerwohnung. Vom Umgang eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf die Stadt und eine prächtige Fernsicht von den Hohen Tauern bis hin zu den Julischen Alpen. Für heuer ist Schluss, jetzt geht es zum Bahnhof und ab nach Hause. Den Zug haben wir pünktlich erreicht und uns somit zwei Stunden Wartezeit erspart.