Villach - Innsbruck 2011

Kilometer: 323 km

Zeit: 76h45

Höhenmeter Aufstieg: 4388m

Höhenmeter Abstieg: 4187m

Kosten: 700 € für Quartier, Verpflegung und Transfer

 

Info: Auf dem Jakobsweg durch Süd-Österreich Slowenien und Südtirol Peter Lindenthal Tyrolia Verlag, Jakobsweg Österreich Graz bis Innsbruck von Karin Pegoraro und Jörg Oberwalder Kompass Verlag, Digitale Wanderkarte Kärnten 3D Nr. K4295 Kompass, Digitale Wanderkarte Tirol 3D Nr. K4292 Kompass, Digitale Wanderkarte Südtirol/Alto Adige 3D Nr. K4331 Kompass

 

14. Etappe Jakobskirche Villach - St. Jakob bei Ferndorf Jakobsweg Kärnten

 

Jakobskirche Villach-Gummern-Feffernitz-Feistritz/Drau-St. Jakob bei Ferndorf

Gesamtkilometer: 293 km

Tageskilometer: 28 km

Gehzeit: 6h10

Höhenmeter Aufstieg: 279m

Höhenmeter Abstieg: 36m

 

Ein neuer Abschnitt wird in Angriff genommen. Unser Jakobsweg führt uns von Villach nach Innsbruck. 323 Kilometer gilt es zurückzulegen. Besonders freuen wir uns auf Südtirol. Die schönen Kirchen und die tolle Landschaft. Im Jänner habe ich mir neue Wanderschuhe gekauft. Die alten Schuhe waren mir zu schwer und ich hatte Probleme mit den Knien. In den letzten Monaten habe ich die neuen Schuhe ordentlich eingelaufen, denn auf diesem Abschnitt werden wir viele Kilometer auf Asphalt gehen müssen. Nach unserer Ankunft in Villach besuchen wir die Stadtpfarrkirche St. Jakob. Im letzten Jahr hatten wir nur wenig Zeit dafür. Die Stadtpfarrkirche St. Jakob ist eine gotische Hallenkirche, die urkundlich 1136 erstmals genannt wurde. Bevor wir Villach verlassen gehen wir noch in das Pfarramt und holen uns den Pfarrstempel. Vom Pfarrer erfahren wir, dass seit dem letzten Jahr immer mehr Pilger auf dem Jakobsweg nach Villach kommen. Die meisten pilgern über den Weststeirischen Jakobsweg, nur wenige kommen über Slowenien. Da wir immer einige Prospekte vom Weststeirischen Weg im Rucksack haben geben wir dem Pfarrer selbstverständlich welche. Er staunt als wir ihm erklären, dass wir die Initiatoren dieses Pilgerweges sind. In Villach soll jetzt der Jakobsweg auch beschildert werden sagt uns der Pfarrer. Ja aber leider zu spät für uns. Wir verlassen uns auf unsere Wanderkarte und auf die Wegbeschreibung. Wir verabschieden uns vom Pfarrer und gehen zum Ausgang des Pfarramtes. Nur leider hat keiner von uns auf den kleinen Hund vom Pfarrer geachtet. Als wir die Tür öffneten nutzte er sofort die Gelegenheit und flitzte aus dem Pfarramt geradewegs über den Kirchplatz .Weg war er! Und wir aber auch und zwar ganz schnell. Ob diese Aktion schon das Highlight des Tages war? Mit schnellen Schritten gehen wir Richtung Draubrücke, überqueren diese und marschieren Flussaufwärts bis nach Gummern wo wir abermals eine Brücke überqueren. Von Gummern führt uns der Weg über Kellerberg und Feffernitz bis nach Feistritz an der Drau. Es ist bereits 13 Uhr und wir gehen in ein Wirtshaus und machen Pause. Da wir noch keine Unterkunft für heute Abend haben, telefoniere ich mit Frau Tscharnuter in St. Jakob bei Ferndorf. Sie hat noch freie Zimmer und somit ist der Tag gerettet. Nach der Mittagspause gehen wir Richtung Paternion und wechseln dort wieder auf das andere Drauufer. Bis jetzt haben wir keine nennenswerten Steigungen gehabt. Das ändert sich aber schlagartig. Jetzt geht es ständig bergauf bis nach St. Jakob bei Ferndorf (750m). Unsere letzten Trinkreserven werden aufgebraucht. Um 16 Uhr erreichen wir den Bauernhof der Familie Tscharnuter. Wir werden sehr freundlich begrüßt und für kühle Getränke ist auch gesorgt. Die Zimmer sind sehr einfach aber erfüllen durchaus ihren Zweck. Nach der Körperpflege besuchen wir die Jakobskirche. Den Schlüssel dafür gibt es beim angrenzenden Bauernhof. Um das Türschloss zu öffnen muss man den Schlüssel im Uhrzeigersinn drehen. Das kleine Kirchlein in St. Jakob ob Ferndorf ist ein spätgotischer kapellenartiger Bau mit viereckigem Chorabschluss, flach gedecktem Schiff und östlichem Dachreiter. Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1406. Nach der Besichtigung gehen wir ins Wirtshaus gegenüber der Kirche. Es gibt zwei Speisen zur Auswahl. Eier mit Speck und Kärntner Kasnudeln. Kärntner Nudeln gibt es mit verschiedensten Füllungen, von herzhaft bis süß. Angefangen von der Kasnudel (Topfen-Kartoffel-Füllung, gewürzt mit Minze und/oder Kerbel; regional auch Topfennudel oder Kasnudel genannt), Apfelnudel (Apfel-Zimt)- Füllung, Fleischnudel, Erdäpfelnudel (Kartoffel)- Füllung, über die Steinpilznudel (Steinpilz-Kartoffel-Füllung) bis zur Kletzennudel. Das typische Merkmal dieser traditionellen Nudeln ist der gekrendelte Rand. Als Abkrendeln wird das Abdichten durch zackenartiges Zusammendrücken der gegeneinander liegenden Teigränder beschrieben. Bezeichnend für die Bedeutung, die einem schön gekrendelten Rand in der Vergangenheit zugemessen wurde, kursierte in Kärnten der Spruch: „A Dirndl, dås nit krendeln kån, kriegt kan Månn“. Den Abend lassen wir gemeinsam mit Familie Tscharnuter ausklingen. Soviel gelacht habe ich schon lange nicht mehr.

15. Etappe St. Jakob bei Ferndorf - Spittal an der Drau Jakobsweg Kärnten

 

St. Jakob bei Ferndorf-Insberg-Großegg-Molzbichl-St. Peter-Spittal an der Drau

Gesamtkilometer: 309 km

Tageskilometer: 16 km

Gehzeit: 3h45

Höhenmeter Aufstieg: 216m

Höhenmeter Abstieg: 396m

 

Im Radio hören wir gerade die neuesten Nachrichten und wie heute das Wetter werden soll. Sonnig und warm wird es laut dem Wetterfrosch. Nach dem Frühstück bezahlen wir unsere Zimmer und nehmen Aufstellung vor dem Haus der Familie Tscharnuter. Wir machen noch ein Erinnerungsfoto und möchten uns verabschieden. Es gibt aber noch eine kleine Überraschung seitens unserer Beherberger. Frau Tscharnuter hat für uns noch ein Pilgerwasser als kleines Abschiedsgeschenk. Um 8 Uhr in der Früh und schon ein Stamperl? Was solls da müssen wir durch. Da pfeifen die Komantschen! Die Magenschleimhäute zieht es ganz schön zusammen und wir ringen nach Luft. Der Bauer hat ein breites Grinsen im Gesicht und sagt: Das war ein doppelbrennter Zwetschgenschnaps. Die Leute sind echt ein Hit, ich wünsche mir, dass hier noch viele Pilger übernachten werden. Wir machen uns auf den Weg, gehen vorbei an der Jakobskirche bis nach Insberg. Dort biegen wir links ab und folgen den Wanderweg Richtung Großegg. Nach einigen Kilometer sehen wir rechts von uns den Millstättersee. Er ist 11,5 Kilometer lang und bis zu 1,8 Kilometer breit und nach dem Wörthersee Kärntens zweitgrößter und mit 141 m tiefster See. Von Großegg gehen wir runter nach Molzbichl. In Molzbichl ist die einzige Kirche in Österreich, die dem Heiligen Tiburtius geweiht ist. Im Altar der heutigen Kirche ist ein Grabstein eingefügt, der die bisher einzige aus dem 6. Jahrhundert stammende Inschrift in Österreich aufweist. Dieses frühchristliche Zeugnis erwähnt einen Diakon mit dem Namen Nonnosus, der im Jahre 532 verstarb. Auf dem südlichen Teil des Geländes der jetzigen Pfarrkirche konnte die älteste Klosterkirche Kärntens aus der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Da wir heute nur 16 Kilometer zu gehen haben machen wir eine längere Mittagspause. Das Wirtshaus gegenüber der Kirche kommt uns sehr gelegen. Sehr verlockende Gerichte werden in der Speisekarte präsentiert. Wie immer bleiben wir bei unserer Suppe. Wir genießen so richtig die Mittagssonne und lassen die Seele baumeln. Stress ist das letzte was wir auf unserer Pilgerreise brauchen. Die Sonne scheint unbarmherzig vom Himmel und schön langsam machen wir uns auf den Weg nach Spittal an der Drau. Es wird immer wärmer und nach eineinhalb Stunden erreichen wir das Schloss Porcia in Spittal. In dieser Stadt gibt es einiges zu sehen und man sollte sich dafür die nötige Zeit nehmen. (Schloss Porcia, Schloss Rothenthurn, Pfarrkirche, Museum für Volkskultur).

16. Etappe Spittal an der Drau - Steinfeld Jakobsweg Kärnten

 

Spittal an der Drau-Lendorf-Lurnfeld-Sachsenburg-Kleblach Lind-Steinfeld

Gesamtkilometer: 341 km

Tageskilometer: 32 km

Gehzeit: 6h50

Höhenmeter Aufstieg: 228m

Höhenmeter Abstieg: 168m

 

Heute überprüfen wir unsere Form. 32 Kilometer haben wir bis nach Steinfeld. Normalerweise ist das kein Problem für uns aber es gibt sehr viel Asphalt. Abmarsch ist um Punkt 8 Uhr. Hochmotiviert verlassen wir Spittal und begeben uns in den Ortsteil Oberdorf wo wir die Bundesstraße queren und den Weitwanderweg Nr. 10 für 3 Kilometer folgen. Kurz vor dem Rojachhof biegen wir links ab und gehen runter bis zur Bundesstraße, queren diese und marschieren bis nach St. Peter in Holz. Funde in Sankt Peter haben ergeben, dass es hier schon zur Bronzezeit Ansiedlungen gab. Zu Zeiten der Römer wuchs hier ab etwa 50 v. Chr. die Stadt Teurnia heran, die im 5. Jahrhundert Hauptstadt der römischen Provinz Noricum war und bis etwa ins Jahr 600 bestand. Umfangreiche Ausgrabungen haben hier zahlreiche Anlagen und Funde aus dieser Zeit freigelegt, die im Museum Teurnia zu sehen sind. Von St. Peter geht es nach Lendorf und dann weiter zum Schloss Drauhofen. Der frühbarocke Schlossbau liegt am nördlichen Drauufer und stammt aus dem 16./17. Jahrhundert und weist an den Enden der Nordost-Hauptfront je einen siebenseitigen Turm mit Pyramidendach auf. Die dreigeschoßige Anlage wurde im 20. Jhdt. durch einen Anbau an der Südwestecke erweitert. Im Inneren ist die Stuckdecke der ehemaligen Schlosskapelle erwähnenswert. Das Schloss Drauhofen ist im Besitz des Landes Kärnten und dient als Landwirtschaftliche Fachschule. Kurz bevor wir wieder auf die Bundesstraße treffen kommen wir am Kirchlein St. Magdalena vorbei. Der frühromanische Bau wird erstmals während der Christianisierung im 9. Jhdt. genannt. Die "Blutmulden Sage" hält die Erinnerung an eine Auseinandersetzung zwischen christlichen Missionaren und slawischen Priestern wach. Nach slawischer Sage wird sich, wenn die Linden sich zum drittenmal erneuern, das Slawenvolk erheben, die auf dem Lurnfelde vergrabenen Keulen hervorholen, und die Mulden werden sich mit Leichen und Blut der Germanen füllen. Die Erinnerung an diese Schlacht wurzelt so tief im Volk, dass die aufrührerischen Bauern von Millstatt im Jahre 1735 sich anschickten, die am Lurnfelde vergrabenen Keulen auszugraben und mit ihnen die Grundherren zu erschlagen. Im Jahre 1848 lebte die Blutsage neu auf. Zu Mittag sind wir in Lurnfeld und machen eine Mittagspause im Gasthof Erzherzog Eugen. Wir nehmen im Gastgarten Platz und wechseln unsere Leibchen. Nachdem die Kellnerin unsere Bestellung aufgenommen hat gesellt sich ein Gast an unseren Tisch. Er stellt viele Fragen und wir geben bereitwillig Auskunft über unser Vorhaben. Er ist ein Zeitungsschreiber aus Spittal und will unbedingt einen Artikel schreiben. Uns soll es recht sein. Die Pause ist heute etwas kürzer als sonst da wir ja noch 19 Kilometer bis nach Steinfeld haben. Nachdem wir uns gestärkt haben legen wir wieder los. Wir gehen in Richtung Bundesstraße und machen einen Pflichtbesuch in der Kirche. Die 1234 erstmals urkundliche erwähnte Kirche St. Leonhard im spätgotischen Stil zählt zu den schönsten unter den spätgotischen Dorfkirchen Oberkärntens. Besonders der in der Zeit zwischen 1510 und 1520 entstandene Hochaltar ist künstlerisch, wie kunsthistorisch von großer Bedeutung. Unser Weg führt uns jetzt nach Sachsenburg immer der Drau entlang. Zwischenzeitlich mache ich mir so meine Gedanken. Ich glaube, ich kenne die Drau schon besser als die Mur. Seit Lavamünd gehen wir immer wieder Drauaufwärts. Eigentlich kann man sich gar nicht verlaufen. Was mir noch auffällt ist, dass die Äcker total ausgetrocknet sind. Anscheinend gibt es hier ganz wenig Niederschlag. Von Sachsenburg bis nach Lind sind es 7 Kilometer am Drauradweg und die haben es in sich. Immer gerade aus und keine Menschen Seele ist zu sehen. Aber irgendwann kommt man immer ans Ziel wenn es auch noch so lange dauert. In Lind gibt es einige Sehenswürdigkeiten die man sich undbedingt anschauen sollte (Pfarrkirche St. Bartholomäus, Kreuzweg zum Kalvarienberg, Mariahilf – Kapelle). Hier machen wir jetzt eine Pause um die Akkus wieder aufzuladen. Schließlich haben wir noch 10 Kilometer bis an unser heutiges Ziel. Nur lange dürfen wir nicht bleiben, denn es beginnt ganz leicht zu nieseln. Austrinken und ab geht die Post. Wir queren die Drau und machen ganz schön Tempo. Der Nieselregen war aber bald vorbei und plötzlich haben wir Rückenwind. Jetzt geht es noch schneller und im Nu erreichen wir Steinfeld. Unser Quartier beziehen wir beim Jägerwirt und gegessen wird in einer Pizzeria.Todmüde gehen wir heute frühzeitig ins Bett.

17. Etappe Steinfeld - Oberdrauburg Ötting Jakobsweg Kärnten

 

Steinfeld-Pobersach-Amlach-Dellach-Ötting Oberdrauburg

Gesamtkilometer: 368 km

Tageskilometer: 27 km

Gehzeit: 5h45

Höhenmeter Aufstieg: 220m

Höhenmeter Abstieg: 178m

 

Nach dem Frühstück geht es Richtung Bahnhof. Dort überqueren wir die Geleise und gehen am Drau Radweg entlang nach Pobersach, Waisach, Bruggen und Amlach.  Beim Gasthaus Sandhof in Berg im Drautal machen wir Rast. Wir haben hier genau die Hälfte unserer heutigen Etappe. Wir suchen uns ein schattiges Platzerl und machen eine halbe Stunde Pause. Sehr viele Radfahrer sind heute unterwegs. Schön langsam steigt die Temperatur nach oben. Bevor wir wieder losmarschieren füllen wir noch unsere Flaschen. Unsere nächste Station ist Dellach im Drautal. Sehenswert ist hier die Pfarrkirche St. Margaretha. Im Jahre 1267 wird erstmals ein „Dölach“ (Dellach) erwähnt. Zu dieser Zeit stand sicher schon eine kleine Kirche im Ort. Bis 1787 war diese Kirche Filialkirche von Berg – dann ist Dellach auf Grund der Bestimmungen durch Kaiser Josef II. eine eigene Pfarre geworden. Ihre heutige Gestalt erhielt diese Pfarrkirche in den Jahren zwischen 1787 und 1791. Von der alten, früheren Kapelle stammen noch Teile des Altarraumes, des Turmes, das Wandgemälde an der nördlichen Chorwand. Erwähnenswert ist auch die Schlosskapelle Stein. Auf einer schroffen Felsenklippe am Nordhang der Jauken liegt, umgeben von dichten Waldungen, das Schloss Stein. Im Inneren befindet sich im Nordeck eine romanische Kapelle, die cirka um 1500 zu einer Doppelkapelle (zwei übereinander liegende Kapellen, verbunden durch eine rechteckige Öffnung in der Decke) umgebaut wurde. Die untere Kapelle ist dem hl. Valentin, die obere dem hl. Martin geweiht. Beide Kapellen bergen bemerkenswerte Schnitzstatuen aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie Gewölbemalereien von Simon von Taisten. Von Dellach folgen wir wieder den Drau Radweg bis zum Bereich Bahnhof Irschen. Kurz vor der Draubrücke die wir überqueren, sehen wir erstmalig in Kärnten einen Jakobswegweiser. Von hier haben wir noch 4 Kilometer bis nach Oberdrauburg. Erwähnenswert in Oberdrauburg ist die Burg Hohenburg. Sie liegt auf einer Anhöhe nördlich von Oberdrauburg und ist vom Ortskern zu Fuß in ca. 20-30 Minuten zu erreichen. Die Hohenburg ist eine große Wehrburg mit viereckigem Grundriss und einem mächtigen Burgfried, der früher als Wohnturm diente. Heute ist die Burg im Besitz der Marktgemeinde Oberdrauburg, die sie liebevoll restaurierte. Sie ist zugleich Denkmal und Zentrum für diverse kulturelle Veranstaltungen. In der Nähe unseres Quartiers befindet sich die Pfarrkirche Ötting. Die Kirche wurde 1329 das erste Mal urkundlich erwähnt und ist dem Heiligen Georg gewidmet. Die Pfarrkirche Ötting war als typische Wehrkirche im Besitze der Herren von Flaschberg. Ötting hatte als Pfarre im Bistum Aquilea große Bedeutung. Im Zuge der Renovierung der gotischen Kirche mit Chor und einem dreiachsigen Schiff wurden 1945 wunderbare gotische Fresken freigelegt. Sie zeigen die Krönung Mariens sowie die Anbetung der Heiligen. Auch der Stifter der Kirche, Hans von Flaschberg, ist abgebildet. Der Hochaltar mit der Figur des Hl. Georg stammt aus dem 18. Jahrhundert. Hervorzuheben sind eine spätgotische Figur der hl. Katharina sowie die Schwarze Muttergottes im Seitenaltar, die auf die enge Verbindung zum Kloster von Altötting in Bayern hinweist. In der Kirche selbst befindet sich ein gotischer Taufstein. Unser Quartier beziehen wir bei der Stöcklmühl im Ortsteil Ötting. Die Wirtsleute von der Stöcklmühl sind sehr zuvorkommend. Zur Begrüßung gibt es ein Pilgerwasser. Das Abendessen wird von der Seniorchefin persönlich zubereitet und von der Tochter des Hauses serviert. Uns trifft fast der Schlag. Die Grillplatte ist so groß, dass locker 6 Personen damit satt werden. Nach dem Essen erfahren wir, dass die Bärnbacher Feuerwehr schon öfters hier zu Gast war.

18. Etappe Oberdrauburg Ötting - Lienz Amlach Jakobsweg Kärnten/Osttirol

 

Oberdrauburg Ötting-Nikolsdorf-Lavant-Tristach-Lienz-Amlach

Gesamtkilometer: 390 km

Tageskilometer: 22 km

Gehzeit: 4h30

Höhenmeter Aufstieg: 103m

Höhenmeter Abstieg: 84m

 

Heute werden wir Kärnten verlassen. Gleich nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Wirtsleuten und machen uns auf den Weg. Über Flaschberg, Unterpirkach und Oberpirkach gelangen wir nach Nikolsdorf, wo wir das Bundesland Kärnten endgültig verlassen. Schade ist, dass der Kärntner Jakobsweg kaum beschildert war. Hoffentlich ist es jetzt in Osttirol besser. Wir folgen der Drau bis zur Abzweigung Lavant. Hier hat man die Möglichkeit entweder weiter der Drau entlang zu gehen oder nach Lavant. Wir gehen nach Lavant und werden dort Mittagspause machen. Die Wallfahrtskirche St. Ulrich ist ein Besuch wert und ein tolles Fotomotiv. Die Legende vom "Lavanter Marienbild" und die Gewährung verschiedener Ablässe führten besonders seit dem 17. Jh. viele Wallfahrer aus der Umgebung, aus dem Drau-, Möll- und Iseltal insbesonders am 1. und 2. Sonntag nach Ostern auf den Lavanter Kirchbichl. Lavant ist als segensreicher und beliebter Wallfahrtsort bekannt. Von Lavant folgen wir der Landestraße und nach 3 km biegen wir links ab und begeben uns wieder zur Drau. Wir gehen vorbei an Tristach und nach weiteren 4 km erreichen wir Lienz. Zwei jungsteinzeitliche Beile aus der Zeit um 2000 v. Chr., gefunden am Schlossberg, gelten als bisher älteste Zeugnisse der Anwesenheit von Menschen im Lienzer Raum. Bedeutende Sehenswürdigkeiten: Die Liebburg mit den 2 markanten Zwiebeltürmen wurde im 17. Jhdt. vom Freiherrn von Wolkenstein-Rodenegg als Residenzschloss errichtet. Nach zwei Bränden und vielen verschiedenen Bestimmungen dient sie seit dem vollendetem Umbau im Jahre 1988 der Stadt Lienz als glanzvolles Rathaus. Am Ostende des Hauptplatzes befindet sich das Antoniuskirchl aus dem 17. Jahrhundert. Das Äußere des Kirchleins wurde im Jahre 1976 von Bürgern der Stadt Lienz renoviert und bildet einen würdigen Abschluss des Lienzer Hauptplatzes. Die älteste Kirche von Lienz, die Stadtpfarrkirche St. Andrä, wurde auf den Grundmauern eines frühchristlichen Sakralbaues im romanischen Stil errichtet und im 15. Jahrhundert von den Görzern umgebaut. Die dreischiffige gotische Basilika schmückt ein barocker Hauptaltar. Die letzten Görzer Grafen fanden in zwei kunstvoll gestalteten Grabmälern ihre würdige Ruhestätte. Das Dominikanerinnenkloster, im Volksmund „Klösterle“ genannt, wurde im  Jahre 1220 errichtet und ist das älteste Kloster von Lienz. Viele Jahrhunderte lang wurden dort Kinder von den geistlichen Schwestern schulisch betreut. In der Muchargasse befinden sich die Franziskanerkirche und -kloster. Beide Gebäude wurden unter der Herrschaft der Görzer Grafen im 15. Jhdt. erbaut und waren in alter Zeit ein Ort der Zuflucht für alle, die sich verfolgt fühlten. Das Kirchenschiff ist gotisch geprägt und schöne Fresken bereichern den Gesamteindruck. Unweit des Lienzer Bahnhofes machen wir in einer Pizzeria verspätet Mittagspause. Calamari und Pizza stehen am Speiseplan. Gut gestärkt gehen wir von Lienz nach Amlach wo wir bei Frau Agnes Rampel unser Quartier beziehen.

 

 

19. Etappe Lienz Amlach - Strassen Jakobsweg Osttirol

 

Amlach-Abfaltersbach-Geselhaus-Jakobskirche Strassen-Strassen Hof

Gesamtkilometer:418 km

Tageskilometer: 28 km

Gehzeit: 6h10

Höhenmeter Aufstieg:741m

Höhenmeter Abstieg: 347m

 

Unsere heutige Etappe führt uns von Amlach nach Strassen. Den Drauradweg folgend verlassen wir Amlach. Bis Abfaltersbach gibt es nicht viel zu sehen. Der einzige Höhepunkt ist die Stelle wo am frühen Morgen des 20. Februar 2010 ca. 1.000.000 m³ feinkörniger Karbonatschutt mitsamt dem darauf befindlichen Wald in das Flussbett der Drau abrutschte. Durch die Hangrutschung wurde die Drau blockiert. Die Drau verlegte daraufhin ihr Flussbett in die Geländemulde zwischen Landesstraße B 100 und Pustertalbahn. Kurz vor Abfaltersbach wird das Pustertal um einiges breiter und jetzt können wir endlich wieder die Aussicht so richtig genießen. Wir statten der Pfarrkirche St. Andrä in Abfaltersbach einen Besuch ab. Die Weihe der “ersten” Kirche in Abfaltersbach erfolgte lt. Weihebrief 1441. Von dieser gotischen Kirche erhalten sind die Ausmaße der Kirche, der Kirchturm und die an der ehemals nördlichen Friedhofsmauer gelegene Totenkapelle. Das Fresko in dieser kleinen Kapelle und der monumentale Christophorus an der Südseite der Kirchenfassade stammen vom Meister Jakob Sunter um 1460. In den Jahren 1765 bis 1775 wurde eine umfassende Barockisierung der Kirche vorgenommen. Portal, Emporen, Gewölbe, sowie Gemälde und Einrichtung stammen aus dieser Umbruchphase. Der Sakristeianbau südseitig am Chor der Kirche entstand im Zuge einer Restaurierung 1829. Der Hochaltar stammt aus der Zeit der Barockisierung der Kirche um 1765. Zu Mittag machen wir eine Pause beim Gasthof Kantschieder da wir noch einige Kilometer bis nach Strassen haben. Gegen 14 Uhr verlassen wir Abfaltersbach und gehen Richtung Bahnhof und dann weiter bis zur Jakobskirche von Strassen. Schon vor 700 Jahren stand auf dem Hügel, wo heute die St.-Jakobs-Pfarrkirche steht, eine Kapelle zu Ehren des hl. Jakobus d. Ä. Diese Tatsache wird 1293 urkundlich erwähnt. 1455 erfolgte der gotische Neubau. 1770 ließ Kurat Josef Schwaiger die gotischen Fresken übertünchen und die Kirche "entgotisieren". 1850 wurde das Langhaus um ca. 6 Meter verlängert und die Sakristei angebaut. In den Jahren 1853 bis 1873, 1881/82 und 1885 wurden vielfältige Innenausstattungen im neugotischen Stil durchgeführt. Nach der Entdeckung und Freilegung der gotischen Fresken 1936 bis 1941 wurde der bisherige schwere, düstere Hochaltar entfernt und 1973 auch die neugotischen Seitenaltäre. Der Innenraum zeigt ein einheitlich gotisches Erscheinungsbild: dreijöchiges Langhaus, Stern- rippengewölbe in klarer, einfacher Struktur mit runden Schlusssteinen. Sie zeigen das Wappen von Tirol, das Wappen der Katharina v. Gara-Förz und ein unbekanntes Wappen. Der Übergang zum Chor ist ein spitzbogiger Triumphbogen. In der Jakobskirche gibt es sogar einen Pilgerstempel. Wir gehen jetzt runter nach Hof bei Strassen und beziehen unser Quartier bei Frau Wilhelmer.

 

20. Etappe Strassen Hof - Toblach Jakobsweg Osttirol/ Südtirol

 

Strassen Hof-Sillian-Arnbach-Staatsgrenze-Obervierschach-Innichen-Toblach

Gesamtkilometer: 441 km

Tageskilometer: 23 km

Gehzeit: 5h30

Höhenmeter Aufstieg: 287m

Höhenmeter Abstieg: 75m

 

Von unserer Herberge gehen wir zum Drau Radweg und weiter nach Tassenbach. Kurz vor Sillian erblicken wir die Burg Heinfels. Im Jahr 1243 wird die Burg das erste Mal urkundlich genannt. Im Salcherhaus (Gasthof Burg Heimfels) in Panzendorf befindet sich ein unterirdischer Gang, der zur Burg führt. Daran knüpft sich die folgende Sage: Der Gang soll den hinter eisernen Türen verschlossenen Burgschatz beherbergen. Wer zur mitternächtlichen Stunde bei Vollmond den Gang betritt, dem werden zwei Hunde mit feurigen Augen die Schlüssel bringen, um die Schatztüre öffnen zu können. Zwei Panzendorfer versuchten ihr Glück. Es erschienen ihnen wirklich zwei Hunde mit den Schlüsseln im Maule. Als die Männer aber danach greifen wollten, verschwanden die Hunde, weil nur ein Mann den Schatz heben darf. Über Sillian geht es nach Arnbach wo wir die Filialkirche zum Leidenden Heiland aufsuchen. Unmittelbar hinter der Kirche befindet sich ein Kriegerfriedhof. Dieser Friedhof wurde für 90 gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs die letzte Ruhestätte. Der Friedhof beherbergt gleichgestaltete, schmiedeeiserne Kreuze mit Namensinschriften. Kurz nach dem Friedhof gibt es einige Kunstwerke zu bestaunen: Ritter, eine Meerjungfrau und der Stein des Lebens. Zwei Kilometer trennen uns noch von der Staatsgrenze. Doch vorher möchten wir noch eine Pause machen. An einer Tankstelle machen wir halt und genehmigen uns einen Kaffee. Nach einer halben Stunde geht es weiter und wir passieren die Staatsgrenze. Unmittelbar nach der Grenze sehen wir zwei Carabinieri die gerade dabei waren arme Autofahrer zu filzen. Wäre schön wenn wir mit den Jungs ein Foto machen könnten. Bereitwillig stellt sich einer der beiden neben uns und wir werden in Italien geblitzt. Nach der Fotosession verabschieden wir uns von den freundlichen Herren und versprechen die Geschwindigkeitsbeschränkungen akribisch einzuhalten. Mehr als 6 km/h als Pilger ist eh nicht machbar (außer ein Hund macht Jagd auf uns). Gut gelaunt geht es jetzt nach Winnebach. Die vorromanische und später gotisch erweiterte Pfarrkirche wurde 1507 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Darstellung der Krönung Marias, der Nikolauslegende (um 1505) sind noch als Fresken erhalten. Auch die Statue des Hlg. Silvester am linken Seitenaltar kommt aus dem 15. Jh. Die in ländlichem Barock gefertigten Altäre, Kanzel und Beichtstühle stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Unweit von Winnebach befindet sich Vierschach. Dieser Ort liegt östlich von Innichen auf 1.130 m Meereshöhe und gliedert sich in Unter- und Obervierschach. Die Pfarrkirche zur Hl. Magdalena wurde 1479 geweiht und ist ein Juwel der Tiroler Gotik und täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen. Nicht nur die Kirche selbst ist hier sehenswert, sondern auch der Kirchhügel, der als einer der schönsten des Landes gesehen wird. Von Vierschach gehen wir den Radweg entlang und erreichen zur Mittagszeit Innichen. Für die Sehenswürdigkeiten (Pfarrkirche St. Michael, Franziskanerkloster, Stift Innichen) sollte man sich sehr viel Zeit nehmen. Am besten ist es wenn man hier übernachtet (Hubertusbar). Bis zum Ersten Weltkrieg war Innichen eine Garnison der k.u.k. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 waren hier der Stab und das IV. Bataillon des Landesschützen-Regiments Nr. III stationiert. Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten die italienischen Faschisten als Denkmal ein Beinhaus. Das Denkmal ist bis heute umstritten, weil die bestatteten Soldaten von weit entfernten Kriegerfriedhöfen dorthin umgebettet wurden. Nach unserer ausführlichen Besichtigungstour machen wir etwas verspätet eine Mittagspause. Eine Knödelsuppe steht am Speiseplan. Die Suppe schmeckt nicht gerade nach Suppe, sondern eher nach Knödelwasser. Der Koch muss da etwas verwechselt haben! Gesalzen war der Preis!

 

 

21. Etappe Toblach - Niederolang Jakobsweg Südtirol

 

Toblach-Niederdorf-Welsberg-Olanger Stausee-Oberolang-Niederolang

Gesamtkilometer: 461 km

Tageskilometer: 20 km

Gehzeit: 5h05

Höhenmeter Aufstieg: 162m

Höhenmeter Abstieg: 354m

 

Dank des Rotweines haben wir ausgezeichnet geschlafen nur die Füße wollen nicht so richtig. Von Toblach gehen wir nach Altschluderbach wo wir unterhalb der „Gustav Mahler Stube“ vorbei marschieren. Hier verbrachte der große Meister die Sommermonate. Sein einstiges Domizil, am Waldesrand gelegen, trägt heute noch den Namen „Gustav Mahler Stube“. Um dem Komponisten bereits damals absolute Ruhe zu garantieren, wurde in unmittelbarer Nähe des Hauses eine kleine Holzhütte, das Komponierhäuschen, errichtet. Hier war es auch, wo Mahler „Das Lied der Erde“, die Neunte und die unvollendete Zehnte Sinfonie komponierte. Über Bad Maistatt gelangen wir nach Niederdorf wo wir den Pustertal Radweg bis nach Welsberg folgen. Wie zahlreiche Funde beweisen, reicht die Geschichte Welsbergs bis in die späte Bronze- bis frühe Hallstadtzeit zurück. Die Römer hatten am Burgstall ein Kastell errichtet und am Fuße desselben eine Wohnsiedlung angelegt. Der heutige Name ist auf das Geschlecht der Welfsperch zurückzuführen, die das Gebiet für die Grafen von Görz verwalteten. In Welsberg machen wir Mittagspause beim Goldenen Löwen. Es gibt aber leider keine Suppe da die Küche noch nicht geöffnet hat. Gerald überlegt nicht lange, geht zur nächsten Fleischerei und organisiert einige Leberkässemmel. Diese werden beim Goldenen Löwen verzerrt. Nach kurzer Rast gehen wir weiter zum Olanger Stausee. Er staut den Fluss Rienz und hat eine Fläche 44 ha. Der Stausee dient der Energiegewinnung. Vom Stausee gehen wir nach Oberolang wo wir in die dortige Friedhofskapelle gehen. Wunderschöne Malereien an der Decke kann man hier bewundern. Von Oberolang geht es nun runter nach Niederolang wo wir unser Quartier beziehen. Irgendwie war das nicht unser Tag. Wir hätten am Vorabend doch nicht so viel Rotwein trinken sollen.

22. Etappe Niederolang - St. Sigmund Jakobsweg Südtirol

 

Niederolang-Jakobskirche Nasen-Bruneck-St. Lorenzen-Kiens-St.Sigmund

Gesamtkilometer: 487 km

Tageskilometer: 26 km

Gehzeit: 6h20

Höhenmeter Aufstieg: 288m

Höhenmeter Abstieg: 521m

 

Um 6 Uhr Tagwache und es regnet. Der Regen geht nach einer halben Stunde in Schneefall über. Wir sind auf einer Seehöhe von 1000 m und im Radio wird Wetterbesserung vorausgesagt. Wir machen uns Winterfest und brechen zur Jakobskirche Nasen auf. Dichter Schneefall begleitet uns dorthin und wir können nur hoffen das es besser wird. Die Kirche ist offen. Zu unserer Überraschung gibt es hier auch einen Pilgerstempel. Von der Jakobskirche gehen wir runter zur Rienz und machen uns auf den Weg nach Bruneck. Der schwere Schnee auf den Bäumen macht uns zu schaffen. Viele Bäume liegen quer über der Straße und es kracht vor und hinter uns. Wir beschließen hintereinander zu gehen und halten Augen und Ohren weit offen. Es dauert nicht lange und Gerald schreit laut auf. Vorsicht Baum! Ein Baum mit 30 cm Durchmesser kracht hinter uns auf die Straße. Wir müssen so schnell wie möglich diese Gegend verlassen und  erhöhen das Tempo. Nach 20 Minuten hören wir das Geräusch einer Motorsäge. Ein Arbeiter einer Baufirma war mit seinem LKW zwischen den Bäumen gefangen. Die Motorsäge lief auf Hochtouren und blitzartig wurde das Hindernis weggeschafft. Der Schneefall hört auf und es regnet leicht. Nach einer Stunde erreichen wir Bruneck. Wir  gehen in ein Gasthaus und werden eine Kleinigkeit essen. Das Gasthaus ist hoffnungslos überfüllt. Wir bleiben trotzdem und warten bis ein Tisch frei wird. Der Dialekt der hier gesprochen wird ist sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Essen machen  wir uns auf den Weg nach St. Lorenzen. Der Regen hat aufgehört und wir können die Regenbekleidung einpacken. Entlang des Radweges marschieren wir die Rienz entlang. In St. Lorenzen gehen wir in die Kirche. Die Pfarrkirche gehört zu den ältesten Kirchen im Pustertal. Sie wurde bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der erste Kirchenbau ist aber bereits in das Ende des 4. oder den Anfang des 5. Jahrhunderts zu datieren. Als wertvollstes Kunstwerk gilt die Madonna mit dem Jesuskind mit der Traube, die neben dem linken Seitenaltar angebracht ist. Dies ist der Rest eines vom Brunecker Bildhauer Michael Pacher um 1460 geschnitzten Flügelaltars. In der angebauten Egererkapelle finden sich drastische Darstellungen zur Kreuzigung Christi, etwa wie ihm die Dornenkrone aufgesetzt wird, sowie Darstellungen des Fegefeuers. Nach dem Besuch der Kirche gehen wir vorbei am Klosterwald nach Kiens wo wir bei einer Tankstelle einkehren. Der Durst ist groß und wir machen eine halbe Stunde Pause. 3 Kilometer haben wir noch bis zu unserem heutigen Etappenziel. In St. Sigmund übernachten wir in der Pension Pichler (Pilgerbetrieb).

23. Etappe St. Sigmund - Mittewald Jakobsweg Südtirol

 

St. Sigmund-Vintl-Mühlbach-Schabs-Franzensfeste-Mittewald

Gesamtkilometer: 512 km

Tageskilometer: 25 km

Gehzeit: 5h35

Höhenmeter Aufstieg: 388m

Höhenmeter Abstieg: 359m

 

Sonnenschein und keine Wolke am Himmel, ja so soll es sein. Gut gelaunt verlassen wir St. Sigmund. Von den Bergen leuchtet der Schnee runter und wir machen ordentlich Tempo. Nach zwei Stunden erreichen wir die Mühlbacher Klause. Die Burgruine der Mühlbacher Klause ist eine ehemalige Sperranlage mit einem befestigten Tor im Westen (Mühlbacher Tor) und einem Tor im Osten (Vintler Tor). Die Klause wurde als Festung und Straßensperre bzw. Zollstation genutzt. Die Landstraße führte durch den Innenhof der Burganlage, wo Wegezoll zu entrichten war. Die Zollstation war schon deshalb bedeutsam, weil dort die mittelalterliche Maut von Reisenden aus Treviso und Venedig kassiert wurde. Nicht nur für Karren und Wagen war die Klause ein schwer zu umgehendes Hindernis, sondern auch für Fußgänger, zumal sich eine noch heute sichtbare Sperrmauer den Berg nach oben zog. Wir gehen weiter und nach 2 km erreichen wir Mühlbach wo wir eine Mittagspause einlegen. Nach einer Stunde Pause  geht es weiter und wir verlassen diesen schönen Ort. Leider nehmen wir die falsche Abzweigung und gehen den Wanderweg entlang der Rienz. Wir machen einige unnötige Höhenmeter bis wir in Aicha wieder auf den Weg  treffen. In Aicha benötigen wir dringend ein WC. Gerald und ich haben ein Problem mit der Verdauung. Die Schritte werden immer schneller. Wo gibt es jetzt ein Gasthaus? Wir laufen wie die Irren und in letzter Sekunde endecken wir am Ortsende ein Cafe. Nur, der Gerald war schneller als ich und nahm die einzige Klomuschel in Besitz. Ich habe Schweißtropfen auf der Stirn, was macht der solange da drinnen? Ich lauf hin und her und die Kellnerin beobachtet mich auch noch dabei. Endlich, ich höre die Klospülung und Gerald kommt irgendwie erleichtert aus der Toilette. Gott sei Dank! Nach dieser unvorhergesehenen Pause geht es weiter nach Franzensfeste. Schon aus der Ferne zieht die mächtige Festung alle Aufmerksamkeit auf sich: Die Festung Franzensfeste wurde 1833 unter Kaiser Franz I von Österreich innerhalb von nur 5 Jahren errichtet. Heute ist das historische Gebäude mit seinen zwei Hauptfestungen - verbunden durch eine unterirdische “unendliche Treppe” - denkmalgeschützt. Wir befinden uns jetzt im Eisacktal und der kalte Wind pfeifft uns um die Ohren. Entlang der Brennerautobahn geht es zur Kirche von Franzensfeste die wir aufsuchen. Wohnen möchten wir hier nicht unbedingt, der Wind wird immer stärker. Bis Mittewald sind es gerade noch 4 km und wir erhöhen unser Tempo. Durst und Hunger macht sich bemerkbar und die Füße sind auch schon etwas schwergängig. In Mittewald beziehen wir unser Quartier beim Gasthaus Thaler. Der Wirt ist ein sehr Auskunftsfreudiger Mensch und wir erfahren viele Dinge aus dieser Gegend.

24. Etappe Mittewald - Sterzing Jakobsweg Südtirol

 

Mittewald-Grasstein-Pfultres-Stilfes-Jakobskirche Thuins-Sterzing

Gesamtkilometer: 533 km

Tageskilometer: 21 km

Gehzeit: 4h55

Höhenmeter Aufstieg: 380m

Höhenmeter Abstieg: 235m

 

Heute geht es nach Sterzing und wir maschieren wieder entlang der Eisack und der Brennerautobahn. Der Wind ist ein Wahnsinn er pfeifft uns wieder entgegen. Hoffentlich sind wir bald in Pfultres denn dort wird das Eisacktal wieder etwas breiter. Vorbei an der Sachsenklemme, Grasstein und Pfultres erreichen wir Stilfes zur Mittagszeit. Der Wind hat aufgehört und wir können im Freien Mittagessen. Die Pfarrkirche zum Hlg. Petrus in Stilfes besuchen wir nach dem Essen. Von der ersten Pfarrkirche in Stilfes sind keine Reste vorhanden. Im Jahre 1479 wurde ein Neubau fertig gestellt, von der heute noch der Turm erhalten ist. Das Langhaus wurde 1840-43 neu errichtet, wobei das Hauptportal der Kirche aus dem 15. Jahrhundert übernommen wurde. Wir verlassen Stilfes und gehen nicht auf der Originalroute des Jakobsweges sondern nehmen den Radweg Richtung Sterzing um bessere Fotos machen zu können. Knapp vor Sterzing ist Schluß mit Lustig. Der Radweg ist gesperrt und es geht nicht mehr weiter. Umkehren kommt nicht in Frage. Neben dem Radweg gibt es einen Golfplatz, dieser würde sich anbieten um weiter nach Sterzing gehen zu können. Wir fragen den Greenkeeper der gerade damit beschäftigt ist den Rasen zu mähen. Er zeigt uns einen Weg und wir gehen Schnurrstracks über den Golfplatz. Schwein gehabt! Bevor wir unsere Unterkunft in Sterzing aufsuchen machen wir noch einen Abstecher zur Jakobskirche in Thuins. Der Weg dort rauf ist ganz schön steil und die Hitze macht uns auch zu schaffen. Oben angekommen suchen wir einen Pilgerstempel. Leider finden wir keinen. Also runter nach Sterzing zu unserem Quartier. (Pension Frick) Am Abend gehen wir ins Zentrum und geniessen die wunderschöne Altstadt von Sterzing. Um 22 Uhr ist Nachtruhe. Morgen geht es über den Brenner und wir sollten in guter Verfassung sein. Na ja, ein kleines Bierchen haben wir uns in unserer Herberge noch gegönnt.

 

25. Etappe Sterzing - Gries am Brenner Jakobsweg Südtirol/Nordtirol

 

Sterzing-Unterried-Oberried-Gosensaß-Pontigl-Brennerbad-Brennerpass-Gries am Brenner

Gesamtkilometer: 553 km

Tageskilometer: 20 km

Gehzeit: 6h30

Höhenmeter Aufstieg: 596m

Höhenmeter Abstieg: 358m

 

Und wieder haben wir ein Traumhaftes Wetter! Von Graz bis nach Sterzing hatten wir nur zweimal schlechtes Wetter. Ein kurzer Regen nach Neuhaus und in Niederolang hatten wir Schneefall. Nach einem tollen Frühstücksbuffet machen wir uns wieder auf den Weg. Wir gehen durch die sehenswerte Fußgängerzone und vorbei am Zwölferturm. Was erwartet uns heute? Werden wir Probleme haben rauf zum Brennerpass oder sind wir wirklich so gut drauf? Wir werden sehen was der Tag uns bringt. Wir verlassen Sterzing und gehen entlang der Brenner Straße bis nach Unterried. Hier verlassen wir die Straße und gehen bergauf bis nach Oberried. Vor uns sehen wir die Ruine Strassberg. Die um 1200 erbaute Burg erhebt sich auf einem Hügelrücken, der einst vom Brennerweg berührt wurde. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage kam sie an mehrere mächtige Adelsfamilien, darunter auch an den Landsknechtsführer Georg von Frundsberg. Die Burg Strassberg steht direkt auf einem Bunker aus dem Weltkrieg.. Dieser Bunker ist wie üblich für diese ab 1940 gebauten Großanlagen nicht mehr fertig gestellt worden. Gleich neben der Straße sehen wir die Scharten einer Eingangsverteidigung, leider ist der Eingang verschlossen. Von der Burg Strassberg führt uns der Weg weiter nach Gossensaß. Dieser Ort wurde 1205 das erste Mal urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit lebten hier nur Bauern und Handwerker. Anfang des 15. Jahrhunderts fand man im benachbarten Pflersch Eisen- und Silbererz. Dies lockte viele Bergleute aus ganz Europa nach Gossensaß. Die erste Blütezeit von Gossensaß hat damit begonnen. Die Bürger von Gossensaß kamen durch das Silber und das Eisen zu großem Wohlstand. Zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute wurde die Barbarakapelle mit einem aufwändigen und teuren Flügelaltar gebaut. Sie fand ihren Platz neben der Pfarrkirche. Ende des 16. Jahrhunderts war jedoch der Großteil der Erze abgebaut und Gossensaß und Pflersch versanken wieder in Bedeutungslosigkeit. Sehenswert in Gossensaß ist die Barbarakapelle und die  barocke Pfarrkirche. Von Gossensaß gehen wir einige Meter auf der "Alten Brenner Straße" weiter nach Pontigl. Dieser Ort ist auf etwa 1.300 m und liegt zwischen Brennerbad und Gossensass. Kurz nach Pontigl begeben wir uns auf den Ganssteig der teilweise unter bzw. neben der Brennerautobahn verläuft. Am Ende des Ganssteiges treffen wir auf den Radweg der zum Brenner führt. Endlich Asphalt und noch dazu so eben! In Brennerbad machen wir beim Gasthaus Vetter Mittagspause. Ein Supperl und ein Bier, das gönn ich mir! Gestärkt und voll motiviert machen wir uns wieder auf den Weg. 3 km noch dann sind wir am Brenner. Nach 40 Minuten Gehzeit ist es endlich soweit, wir sind tatsächlich am Brenner! Ein kurzer Besuch der Kirche und ab in ein Cafe. Jetzt wird mit einem Glas Prosecco gefeiert. Der Besitzer von diesem Cafe möchte auch gerne den Jakobsweg gehen nur fehlt ihm die Zeit dazu. Er solls halt so machen wie wir. Jedes Jahr ein Stück Jakobsweg. Eine Stunde haben wir Pause gemacht und am liebsten wären wir noch länger geblieben aber hier ist noch nicht Schluß für heute. Wir müssen ja noch ins heilige Land Tirol.

 

Das heilige Land Tirol und wie es dazu kam ...
Und am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte ...
Alle Völker waren glücklich.

Der Berliner sagte: "Icke hab nenn Wahnsinns Dialekt, WA?"
Der Hanseate sagte: "Moin Dialekt ist dufte, NE!"
Der Kölner sagte: "Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!"
Der Hesse sagte: "Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!"
Der Sachse sagte: "Ja nu freilisch is s Schsisch klosse!"
Der Wiener sagte: "Heast Oida, scheiss di ned au, Wienerisch is uuuuursuper!"
Nur für den Tiroler war kein Dialekt übrig. Da wurde der Tiroler traurig.   Irgendwann sagte dann Gott: "Mei isch jo wurscht, redsch holt so wia i!"

 

Jetzt wissen wir warum und wieso es so ist! Los gehts nach Österreich und ins heilige Land Tirol. Einige hundert Meter trennen uns noch bis zur Staatsgrenze und nach einigen Minuten ist es soweit. Tirol wir sind da. Und sogleich stellt sich die Frage: Was ist eigentlich Tirol?

 

Ein Tiroler erklärt Tirol

Nordtirol isch dá nördliche Doal vu Tirol. Kchean tuat Nordtirol heit zu Öschtereich. Nochm Erschtn Weltkriag isch Tirol in via Toala zrissn woan.

Nordtirol und Oschttirol senn bei Öschtareich bliem. Süd- und Welschtirol (Trentino) senn zu Italien kchemmen. Nordtirol isch dá Doal, der zwischn Südtirol, Solzburg, Bayern und Vorarlberg ligg. Oschttirol isch á bissal weitá weg vo Nordtirol. Bei dá "Nazizeit" hod Oschttirol zu Kchäartn kcheat. Die Haupschtått vu Nordtirol und Oschttirol isch Innschbrugg (Hochdeitsch: Innsbruck, Boarischa Ståndart: Innschbrugg).

 

Wir verabschieden uns von Südtirol und begeben uns wieder nach Österreich. Gleich nach der Grenze verlassen wir die Brenner Straße und folgen den Wanderweg Richtung Brennersee. Nicht lange und wir stehen vor einen Warnschild. " Wanderweg wegen Steinschlag gesperrt" Super und wir waren so gut drauf. Wir gehen trotzdem da es auf der Brenner Straße ja auch nicht ungefährlich ist. Wir beobachten immer wieder die Felswand die sehr bedrohlich wirkt. Einige Bäume die durch die Schneelast umgefallen sind versperren uns zusätzlich den Weg. Nach 20 Minuten gehen wir unter der Brennerautobahn durch und da steht schon wieder ein Warnschild. Jetzt gehen wir kein Risiko mehr ein und marschieren entlang der Brenner Straße ins Tal. Bei der St. Sigmundkirche haben wir unerwarteten Besuch. Zwei Polizisten von Gries am Brenner machen am Strassenrand halt und nehmen uns ins Visier. Freundlich waren die beiden und boten sogar an  uns nach Gries zu chauffieren. Da wir Pilger sind und jeden Kilometer zu Fuß gehen wollen, haben wir dankend abgelehnt. Dafür gibt es ein Erinnerungsfoto. 2 Km sind es noch bis Gries, die werden wir auch ohne Polizei  noch schaffen. Nach 20 Minuten erreichen wir unsere Unterkunft unmittelbar vor der Pfarrkirche. Nach dem Wäschewaschen und der Körperpflege begeben wir uns in die Pfarrkirche und danach ins Pfarrhaus wo wir einen Pfarrstempel für unser Pilgerheft bekommen. Anschliessend gehen wir ins "Gasthaus zur Alten Post" wo wir uns so richtig den Bauch Vollhauen. Mit vollen Bauch und rund um zufrieden gehen wir schlafen.

26. Etappe Gries am Brenner - Patsch Jakobsweg Nordtirol

 

Gries am Brenner-Jakobskirche Nösslach-Steinach-Matrei-Pfons-Ellbögen-Patsch

Gesamtkilometer: 579 km

Tageskilometer: 26 km

Gehzeit: 7h10

Höhenmeter Aufstieg: 495m

Höhenmeter Abstieg: 679m

 

Schön langsam macht man sich so seine Gedanken was das Wetter betrifft. Ein Tag schöner als der andere. Vielleicht liegt es daran weil wir die Kirchensteuer immer schön brav einzahlen. Voll motiviert verlassen wir unsere Herberge und gehen rauf zur Jakobskirche in Nößlach. Der Anstieg nach dem Frühstück ist sehr beschwerlich und wir sind froh als wir die Kirche erblicken. Nach einer Aufzeichnung des Stiftes Wilten soll der Ritter Peter Trautson diese Kirche im Rahmen seines Pilgerzuges nach Santiago de Compostela 1305 gestiftet haben. Diese Zeitangabe ist zwar durch viele Umstände schlüssig, so war Nößlach ein Gebiet der Familie Trautson und auch der Baustil entspricht dieser Zeit, kann jedoch nicht bestätigt werden. Die erste gesicherte Zeitangabe wurde in einem Ablassbrief für die Jakobskirche mit dem Jahr 1426 verewigt. 1494 erhielt sie einen neuen Flügelaltar, der noch heute in der Kirche vorhanden ist. 1661 wurde die Kirche grundlegend umgebaut. Über Aussernößlach geht es jetzt weiter bis Steinach. Die Aussicht hier oben ist wirklich Sehenswert. Früher als erwartet erreichen wir Steinach. Unser Weg führt uns an der dem Hlg. Erasmus geweihten Pfarrkirche vorbei. In Steinach kann man mehrere kleinere Kapellen sowie die Filialkirchen zur Hlg. Ursula und zum Hlg. Ulrich besichtigen. Weitere sehenswerte Gebäude sind das Gerichtsgebäude (ein ehemaliges Jagdschloss Kaiser Maximilians - der Flurname "Schlossanger" zeugt noch davon) und das neugotische Widum. Erwähnenswert sind auch die Villen aus der Jahrhundertwende. Wir überquerren die Sill und gehen bis nach Matrei. Dort nehmen wir in einem Gasthof unser Mittagessen ein. Nach einer Stunde Pause geht es über die " Alte Brennerstraße" weiter nach Pfons, Ellbögen, St. Peter bis nach Patsch. Abendessen gibt es heute im Hotel Bär. Dieser Betrieb war schon im 12. Jahrhundert eine wichtige Handels und Raststation für durchreisende Kaufleute. Das Essen schmeckt uns, wir haben es uns heute wirklich verdient. Nicht zu spät gehen wir ins Bett. Morgen sind es nur einige Kilometer bis zum Jakobsdom in Innsbruck, aber eine lange Heimreise erwartet uns danach.

27. Etappe Patsch - Jakobsdom Innsbruck Jakobsweg Nordtirol

 

Patsch-Igls-Vill-Jakobsdom Innsbruck

Gesamtkilometer: 588 km

Tageskilometer: 9 km

Gehzeit: 2h30

Höhenmeter Aufstieg: 5m

Höhenmeter Abstieg: 397m

 

Heute ist es unser letzter Tag und sofort nach dem Frühstück brechen wir auf. Das Wetter ist wieder Sensationell und gut gelaunt geht es leicht bergab Richtung Igls. Was uns wundert, dass heute schon so viele Wanderer unterwegs sind. Und es werden immer mehr. Komisch? In Igls wissen wir warum das so ist. " 9. Wander-Weltmeisterschaft Innsbruck Igls" steht auf einem Transparent. Sind wir jetzt Weltmeister? Wir sind ja von Thal bis hierher gegangen! Nein leider nicht, denn da gilt es ganz besondere Auflagen zu erfüllen. Auch gut, gehen wir weiter und besuchen die Kirche von Igls. Erstmals wird eine Kirche in Igls im Jahre 1286 urkundlich erwähnt. 1479 wurde ein Neubau eingeweiht, der zwischen 1791-92 erweitert und umgebaut wurde. Igls war, wie Vill Teil der Urpfarre Patsch, wurde jedoch seit 1259 vom Stift Wilten betreut, das Patsch übernommen hatte. Von Igls gehen wir nach Vill. In Vill wurden Funde aus der La-Tène-Zeit gemacht, die vermutlich von einem illyrischen Stamm sind. Man fand steinerne Überreste einer auf einem Hügel gelegenen ehemaligen Behausung. Die Pfarrkirche St. Martin ist seit 1397 durch eine Stiftungsurkunde nachweisbar. Sie zeigt noch den gotischen Stil ihrer Errichtung, wurde aber 1790 im Rokokostil umgestaltet. Einige Kilometer sind es noch bis Innsbruck. Wir können bereits die Stiftskirche Wilten sehen und es dauert auch nicht lange und wir stehen unmittelbar davor. Jetzt geht es in die Altstadt, vorbei an der Triumphpforte bis zum Goldenen Dachl. Unzählige Menschen befinden sich hier und fotografieren das Wahrzeichen von Innsbruck. Unser Weg endet einige Meter entfernt vom Dachl beim Dom St. Jakob. Ziel erreicht, Hurra!